Buch 
Johann Talbot Dillon ... Reise durch Spanien, welche wichtige Beobachtungen aus der Naturgeschichte, über den Handel, die Fabriken, den Ackerbau, nebst einem Auszug der merkwürdigsten Sachen aus Don Guillermo Bowles Einleitung in die Naturgeschichte und physikalische Erdbeschreibung von Spanien enthält
Entstehung
Seite
294
JPEG-Download
 

»94

Mine von Mezquital, die von erfahrnen Personenaufgesetzt waren, daß ein Quintal rohes Erz eine halbeUnze Gold ohne Vermischung mit Silber enthielt. Daich aber vermuthete, daß ein wenig Bley darunter seynkönnte, so, machte ich folgende Versuche.

Ich untersuchte die Natur des Steins, und fand«inen weißen Quarz mit einer geringern Quantität einesandern Hornfarbigen Quarzes, welche beyde mit demStahl Feuer gaben. Ich sahe einige kleine grünlicheFlecken als Adern darinn, die durch- ein Vergröße-rungsglas mir so viele smaragdenahnliche Krystalle zuseyn schienen, in deren Innerm außerordentlich feineGoldkörner waren, die man, wenn man den Steinzerbricht, weit bester mit den Augen, oder durch einSehglas unterscheiden kann. Die Schwere diesesSteins ist mit der Schwere eines jeden andern Quar-zes von gleicher Natur einerley; daher man nicht leichterrathen würde, daß er Metall enthalt, wenn mannicht an einigen Stellen die Goldkörner und grünen Fle-cken sahe.

Ich schlug den Stein in Stücken, ich wusch ihn,und ward nach einigen Tagen den weißen Staub (ek-üorelcence) *) gewahr, den dieser Quarz allemal her-vorbringt. Ich glaubte, daß dieser Stein Bley ent-hielt, weil der Staub dem Bleyweiß **) ähnlich war.Ich wusch die Stücke dreymal, aber der Staub er-schien immer wieder, wenn sie an der Luft trockneten;

doch

*) LKorelcence-Staub ist das Mehl oder Moos, welchessich auf die Oberstäche der Körper anlegt, welche sichauflösen oder verfaulen, so wie man es an überreifenFrüchten findet. B.

**) Bleyweiß entsteht aus dem Bley, welches in Essigaufgelöset worden- Maler gebrauchen es bey Oelfar-bcn, u. s. w.