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bebaueter Fleck an dem Ort befindlich ist, so werben siesich alle desselben bedienen. Dieser zur Erhaltung ih-res Geschlechts so nöthige Vorzug wird der Heuschreckedurch den Geruch angezeigt. Wer daran zweifelt, mußnoch nie über die Feinheit dieses Organs bey Insecten,Thieren und Vögeln nachgedacht habm. Der größteTheil ihrer List undllhrer Handlungen, welche Folgender Ueberlegung zu seyn scheinen, sind nichts anders,als die Wirkungen der Ausflüsse oder Ausdünstungen,die sich dem Geruchsorgan mittheilen. Vermittelst desGeruchs findet die Biene ihren Stock auf zwey Meilenweit. Ich habe eine Menge Wessen von weitem aufden Geruch von einem Stück Fleisch herbey kommen se-hen , welches mitten auf dem Felde unter eine gläserneGlocke gelegt war. Ich habe Millionen Insecten inder Luft nach dem Ort hinziehen sehen, wo man Wachsbleichte, und aufmerksame Wachsbleicher haben beob-achtet, daß ein jedes Insect, welches das Wachs be-rühret, schwach wird, und wenn es sich nicht aus die-ser ihm giftigen Atmosphäre, die sich bis auf einen hal-ben Zoll von dein Wachs erstreckt, schnell losmacht, so- stirbt es erstickt, wie ein Mensch, der sich an einemOrt, der voll Kohlendampf ist, einschließt. Jeder-mann weiß es, mit welcher Gewißheit eine Wanze demfolgt, den sie stechen will. Man mag immer seineMatratze aus der Bettspunde wegnehmen, und mittenin die Kammer legen, sie folgt nach, kriecht an derMauer hinauf, bis sie die Höhe erreicht hat, und falltdann bleyrecht auf denjenigen herab, der die Probemacht. Ich habe die Geduld gehabt, in einer Mit-tagSruhe bey heißem Wetter dem Gange einer Wanzezu folgen, welche dri'ttehalb Stunden zubrachte, ehesie die Decke erreichte, um mir gerade auf das Gesichtzu fallen.