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Neunter Brief.
Außerordentliche Eigenschaften des Flusses Tin.to, nebst einiger Nachricht von der Kupferminevon Rio Tinto, in der Nachbarschaftdesselben.
HH>erzehn Meilen von Gevilien, an der Gränze vonPortugal und an dem Ufer des Flusses Tin-to *), liegt das Dorf TintS, von welchem eine in derNahe befindliche berühmte und sehr alte Kupfermineden Namen tragt. Bey den Römern muß dieselbe ingroßer Achtung gewesen seyn. Dieß erhellet aus dennoch vorhandenen ansehnlichen Ueberbleibseln von ihrenWerken, welche Alonso Tarranza umständlich be-schrieben hat, und hinzufeht, daß zu seiner Zeit nichtdarinn gearbeitet, worden, obgleich die noch vorhande-nen Oefen im Stande sind, vier- bis fünfhundert Quin-ta! Erz zu fassen; denn sie sind weit größer, als irgendeinige in Spanien oder tVcstindien gebraucht wer-den. Das Land rund umher ist voll Schlacken. ImJahr 172; wurde diese Mine vom Hofe einem Schwe-den, Libert wolcers, bewilligt, der sie von, Was-ser befreyete, und hernach, ohne vielen Nußen zu schaf-fen, große Geldsummen daran verwendete, die er durch
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*) Die alten Schriftsteller sind sehr dunkel, wenn fle vondem Fluß Tinto reden. Lovarrubias in seinem I elorosagt: er werde auch der Fluß Ä;eche genennet, die anseinem Ufer sich findende schwarze Erde anzudeuten, dieden Namen Tierra ve Sevllla führt, und zur Dintedient. Kodrigo Taro, der von den andalustschen Alter-thümern geschrieben, sagt: es wachse viel Arige an sei-nem Ufer. Lriale eu luv »rillst muclio srijzs.