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jungen Mädchen durchbohrt werden, weil ältere zu die«ser Arbeit nicht mehr tüchtig sind. ,
Mit dem Platina- das ich so gut aussuchen undwaschen ließ, gieng »6 mir eben so, wie bey den beydenandern Operationen: ungeachtet ich mit dem Feuer nachgewissen Graden verfuhr, nämlich so, daß ich es imAnfang mäßigte, die ersten zwey Stunden allgemachzunehmen und in der dritten recht heftig werden ließ.
Da ick nun wußte, daß das Platina zwanzig Ka-rat schwerer als Gold war, daß es sich bis auf einengewissen Punct hämmern, und wenn es allein war,nicht schmelzen ließ, so machte ich einen Versuch, obnicht eine der drey mineralischen Sauren Eindruck dar-auf machen würde, aber es blieb wie es war, ohne inder Vitriol- oder Salpetersäure die geringste Verände-rung gewahr werden zu lassen. Nur verwandelte es einwenig die Farbe der Meersäure, und gab darinn einigeAuslösung zu erkennen. Ich machte einen Versuch,auf die Säuren eine starke Dosis Salmiak zu werfen,und alles Platina wurde in eine ziegelsttinfarbige Ma-terie aufgelöset. Endlich nach vielem Nachdenken undVersuchen, welche zu erzählen zu langweilig sind, Machteich mit dem Platina ein ächtes berliner Blau.
Nachdem ich durch die angestellten Versuche versi-chert war, daß das Platina ein wenig Eisen enthielt, soerinnerte ich mich, daß bey den ersten Versuchen einTheil der Körner sich mit einander vereinigte, da hin-gegen andere einzeln blieben, und daß die Körner, diezusammenliefen, nur obenhin sich vereinigten, weil siesich bey den, geringsten HaMmerschkag trenneten Undvon einander löseten. Ich schloß daraus, daß solchesnur ein Anfang der Schmelzung sey, die aus einerdünnen Lage Eisen, welche die Körner umgebe, ent-stünde, und daß der inwendige metallische Sand weder
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