Buch 
Die Höhen der Erde oder systematisches Verzeichniss der gemessenen Berghöhen und Beschreibung der bekanntesten Berge der Erde, nebst einem Anhange, enthaltend die Höhen von vielen Städten, Thälern, Seen etc : ein Beitrag zur physischen Erdkunde / von Wilhelm Adolph Miltenberg
Seite
123
JPEG-Download
 

123

123 .) Das Siebengebirge

bey Königswinter schliefst die grofse Rheinebene, welche sich vonda bis an die Nordsee erstreckt. Seine Berge, die theils aus verschie-den-gestaltetem Basalte, theils aus Granitporphyr und Sandstein zu-sammengesetzt sind, erheben sich in sonderbaren Formen, und sindvon blühenden Thälern umgeben. Zunächst am Rhein liegt der Dra-chenfels, der zwar von allen der steilste ist, aber auf seinem Rückenauch die schönste und weiteste Aussicht gewährt, daher man auf dem-selben Sitze und ein Lusthäuschen errichtet hat. Oben sieht man eineArt Plattform, von welcher rechts mehrere nackte Felsen aus einerbeträchtlichen Tiefe in die Höhe steigen, und hier wurden die Steinezum Dom in Cölln gebrochen 1 ). Das niedrige Gehänge und der Fufsdieses Berges ist auf einer Seite mit vielen Weinstöcken, die bis anden Rhein reichen, besetzt. Ein Rücken, das Röperkämmer-chen genannt, verbindet übrigens den Drachenfels mit der Wolken-burg, einem abgestumpften Beigkegel, der aus Granitporphyr be-steht und seines Steinbruches wegen wichtig ist. Rechts vom Dra-ehenfels zeigt sich der mit Basaltgeschieben bedeckte Peters- oderStromberg, welcher sanft aus dem Heisterbacher Thale ansteigt,

1) Neben den Trümmern der daselbst befindlichen Burg bat der Landsturm des Siebenge-bir^es seinem vor dem Feinde gefallenen Anführer Genger eine Denksäule errichtet, unddiese im Jahr 1814 am Jahrestage der Leipziger Schlacht feyerlich eingeweiht.