7 9b Von den wechselnegorien
§.979. Nicht minder geschiehet es auch, daß einer«inen Wechselbrief, der in einem andern Orte zahlbar,kaufet, und selbigen nicht nach diesem, sondern einem drit-ten Orte sendet, um denselben allda zu verkaufen und des- jsen Werth daselbst wiederum einzuziehen. Z. E. Wenn j
jemand in Danzig nach Leipzig Geld überwachen will,so pfleget er in DanM Amsterdamer Briefe zu kau- !fen (das sind Briefe, welche in Amsterdam zahlbar) und -dieselben nach Leipzig zu senden, um allda zu vernegotirrn.Dieses geschiehet zum Theil deswegen, weil von Danzignach Leipzig directe, oder, wie es sonst genannt wird,Adrittura, kein Wechsel ist; zum Theil aber geschiehetdieses auch bey solchen Platzen, dahin wohl Adrittura ge-wechselt werden kann, jedoch deswegen, wenn man durchsolche Umwege einenVortheil zu hoffen hat, das ist, wennnämlich beym angezogenen Exempel, die AmsterdamerBriefe in Danzig wohlfeil, und in Leipzig hingegen theu-rer sind.
§.980. Weil nun solchergestalt die Wechselbriefeoder vielmehr die Geldsorten, gleichwie andere Waa-ren ge-und verkaufet werden, so hat es mit denselben aucheine gleiche Bewandniß, wie mit den andern Waaren,nämlich, gleichwie bey den andern Waaren, nicht alleinauf die Güte, sondern auch aufden Ueberfluß und Man-gel derselben gesehen wird; also wird auch bey demWechselhandel nicht allein auf die Qualität der Münz-Sorten, die man zahlet und wiederum empfängt, son-dern auch auf den Ueberfluß und Mangel der Wechsel-Briefe oder Gelder gesehen, welcher Ueberfluß oder Man-gel von dem Laufe des Cvmmercii und der Zeiten verm-achet wird. Denn wenn viele Remittenten die gerneBriefe kaufeten (§. 978), und aber wenig Briefe oder