Güldenstädt hat zuerst das Verdienst gehabt, durch Einsamm-lung genauer Sprachverzeichnisse , alle zerstreut wohnendekleine Völkerstämme, unter gewisse Classen zu bringen unddie zu einer Zunge gehörigen Namen zu vereinigen. — Indes-sen ist dasjenige, was in seinen Papieren über die Sitten undGebräuche dieser Nationen zu finden war, sehr unvollständig,weil er vermuthlich diese Lücke aus dem Gedächtnisse zu er-gänzen sich vorgenommen haben mochte, woran ihn der Todgehindert hat. Ich habe mich daher befleissiget, so viel als mög-lich Nachrichten, theils nach Augenschein, theils von Leuten,die des Gebirges kundig waren, worunter ich besonders dennunmehr verstorbenen Obristlieutenant und Quartiermeister vonSteder rühmen muss, einzusammeln, und will hier das Gesam-melte, ohne Rücksicht in wie fern es mit Güldenstädt’s Nach-richten übereinstimmen oder selbigen widersprechen mag, jaohne selbiges mit jenen zu vergleichen, hier zur fernern Prü-fung für künftige Reisende mittheilen. Da die Volkerstämmebey Gülden städt vollkommen classisicirt sind, so will ichhier zum Theil dieser und der geographischen Lage derselbenfolgen, und mir anzeigen, zu welcher Zunge jeder gehört,schränke mich aber nur auf diejenigen ein, welche die nörd-liche Seile des Caucasisclien Gebirges bewohnen, mit Rufslandnäher in Verbindung stehen, und grossen Theils die OberherrschaftRufslands zu einer oder der andern Zeit anerkannt haben.
Vorn Ursprünge des Hubanllusses, der am oft erwähn-ten Elburus, dem höchsten Berge des ganzen Gaucasus seinenAnfang nimmt, liegen westwärts gegen das schwarze Meer: