Die Falken.
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geworfen. Alle Rauboögel gelten als schädlich für den Naturhanshalt und dasMenschenwohl. Diese Auffassung ist aber keineswegs für alle Fälle zutreffend,denn manche, so namentlich die Eulen, die kleinen Falken, zum größten Theilauch die Bussarde, müssen als nützlich für die Landwirthschaft und andere mensch-liche Verhältnisse erachtet werden. Von hohem Werth waren früher die Falkenfür die Zagd, was gegenwärtig nur noch in bedingter Weise der Fall ist.
Man theilt die Raubvogel in drei Familien: Geier, Falken und Eulen.Von diesen kommen nur, wie schon S. 757 gesagt, die beiden letzteren hier in-betracht und zwar blos in wenigen der kleinsten Arten. Da diese Vogel zumgrößten Theil mit lebenden Thieren oder mit rohem Fleisch gefüttert werden müssen,so sind sie im Zimmer nur schwierig rein und geruchlos zu erhalten. Bei denkleinsten von ihnen ist dies allerdings leichter zu ermöglichen, denn sie werden vor-nehmlich mit lebenden großen Kerbthieren: Maikäfern, Schmetterlingen, Fliegen u. a.,ernährt und bekommen nur hin und wieder als Zugabe ein Mäuschen, einen jungen Sperlingoder andere kleine Bögel. Für den Winter gewöhnt man sie an Ersatzsutler aus getrocknetenAmeisenpuppen und geriebener Möre, mit Zusatz von Maikäfer- u. a. Kerbthierjchrot oderauch Garneelenschrot, welches letztere indessen neuerdings lieber fortgelassen wird. Selbstver-ständlich muß man hierzu stets rohes Fleisch geben, und wenn man lebende oder frisch ge-tödtete kleine Thiere nicht in ausreichender Menge zu bieten vermag, so muß man Thierhare,Stückchen Fell, Federn u. drgl. zur Gewöllbildnng hinzufügen oder besser das Fleisch darineinhüllen und es so verfüttern. Versäumt man dies, so erkranken die erwähnten Vögel sehrleicht, was aber auch dann geschieht, wenn man nicht immer durchaus frisches saubres Fleischgibt. Vielfach wird behauptet, daß alle oder doch manche Raubvögel garnicht zutrinken brauchen, wenigstens freiwillig niemals an das Wasser gehen. Nachmeiner Ueberzeugung wäre es aber ein schweres Unrecht, wenn man dies als eineunumstößlich richtige Thatsache annehmen wollte. In der Gefangenschaft muß man fürjeden Raubvogel ebensowol wie sür jeden andern Vogel ein Gefäß mit stets frischem Trinkwasserbereit stellen, wenn man sich nicht der Thierquälerei schuldig machen will. Es ist ja möglich,daß ein solcher Vogel in langer Zeit keinen Durst empfindet, aber über kurz oder lang wirdderselbe sich auch bei ihm zweifellos fühlbar machen. Von der Züchtung der Raubvögelals Stubengenossen kann bis jetzt noch nicht die Rede sein. Nicht einmal in denzoologischen Gärten sind bisher derartige Erfolge erreicht worden. Wol dürftendie kleinsten Eulen bei sachgemäßer Behandlung sich für einen solchen Versucheignen. Für diesen Zweck müßte man ein Pärchen in einem besondern kleinenZimmer oder einem geräumigen Käfig unterbringen und diesen mit möglichstmannigfaltigen Nistkästen, bzl. -Höhlen ausstatten und die Vögel wie oben an-gegeben füttern.
Dir Falken sl'llleolliäaoj. Unter allen gefiederten Räubern sind sie aus-gezeichnet durch Schönheit in der Gestalt und in der ganzen Erscheinung. IhrKörper ist kräftig und gedrungen, bei einigen jedoch außerordentlich schlank. Der Kopf istverhältnismäßig groß, mit kurzem Hals und beide sind voll und dicht befiedert; bei wenigensind Zügel und Kopfseiten nackt; bei manchen ist das Kopfgesieder zur Haube verlängert. Dieetwas vertieft stehenden Augen sind groß, grell und lebhaft gefärbt mit stark hervorstehender