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Deutsche Rechtsalterthümer / von Jacob Grimm
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einleitung. fymbole. lialm.

kaum oder gar nicht. Die formel mit torve n. twigekehlt unzählige mal wieder, die mit haud u. halme be-gegnet nirgends. Hierzu üimmt nun eine merkwürdigeurkunde aus kaifer Conrads 2- zeit, welche eben in diefern itück fächlifches und fränkifches recht gegeneinan-der llellt: fecit abnegationem praedii Eudeneslieiin, quodeh litum in Wedereiba . . . primo incurvalis digitis,fecundum morem Saxommi ... et deinde abnegationemfecit cum manu et fefiuca, more Francorum. Schan-nat vindem. 1, 4t. (polt a. 1024),* die zeugen warenhalb Sachten, halb Ohlranken. Ich will nicht verheh-len, daß in einer wehphälifchen urk. von 1209 beiJsieiert fannnl. 2, 304. exfeflucavit; 1318 bei Kindl.3, 320.'eflucamus et callämus hellt und nach Weli-phalen 4, 29- in ätangefol ann. weltph. 2 , 203: et iicutmos eil laicorum feinet cnin fefiuca ab eo exuit praedio(urk. kaifer Otto 3-) Doch beweill in fpäterer zeit derlat. ausdruck, zumal in kaiferlichen diplomeu wenig,überdem kann in wehphälifche landltriche der gebrauchdes hahnwurfs aus llipuarieu eingediungen fein, wieaus Olifranken nach Thüringen.

3. auch in den nordifchen reiclien keine fpur des fym-bols, was zu ihrer näheren berührung mit Frieslandund Sachfen ftimnit. Die formel taka threa halrnaOllg. bygd. 1, 3- ihre halmä Schon, gefetz 4, 15. be-deutet drei ernten, d. i. drei jahre, wie bei den Römernarilla für aehas und anntis getagt wurde (Virg. ed. 1, 70 .)

4. den Römern w r ar aber die eigentliche eis fejiucarianicht unbekannt. Sie bedienlen lieh der felluca bei viu-dicationen und freilaßungen. feituca über hieß wer ausknecht zum Ireien, durch feierliches werfen eiues halmserklärt (alfertus) wurde. Plutarch, in der abh. de bis,qui fero a numine puniunlur, befchreibt den ritus:«<xo(pos ui'Tiüv ?.tmov im ßui.zovai roig aujuaai' da-von reden auch Plautus, mil. glor. 4, 1, 15-

quid? ea ingenua an fefiuca facta e ferva libera efi?und Perlius tat. 5, 154.

hic liic, quem qitaeritnus, hic eft,non in fefiuca, lictor quam jactat ineptus.nach welcher letzten helle nicht der freilaßende felbftden wurf that, fondern eine gerichtsperfou, der lictor.Einige haben deshalb unter feituca die gerichtliche virgaverbanden *), doch ilt mir wahrfcheinlicher, daß das

*) fchon Boethius, lib. 2- in topic. Cic.: virgula quaedam,quam lictor inanuniitteiidi fervi capiti imponenx etindem 1ervum