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Deutsche Rechtsalterthümer / von Jacob Grimm
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einleitung. fymbole. wein.

M M. TTein.

Dagegen wurde unllreitig von alters her in Deulfchlandzur bekräftigung feieriiclier Verträge und bünduiire wein(hier und melb) getrunken, ja unter vielen theilneh-mern und zeugen förmliches gelag und mahl gehalten.Sitte war das vornänilich bei friedensfchlnßen., auslöh-nungen, erbfchafUtheilungen und Iiochzeiten, wie einemenge von Hellen in den Chroniken und tagen bezeugt,z. b. dcnitjue, licut mos eil inler barbaros, ad confir-mandum pactum foederis convivium 1 labebalur per octodies. Adamus brem. bill. eccl. 3, 20* faetti HögniSörla vid fyllur fina oc drucku fidar fdttnr biiar.Sörla llerka läga eap. 2. Allein wenn auch dicfer ge-brauch herkömmlich und unerläßlich war, rechtlich oderfymbolifch kann er doch nicht heißen, allgemein ge-nommen weder aus dem fymhol, noch das fymbol ausihm hergeleitet werden; er beruht in der lebensweifeund neigung des allerthums. Keines der gefetze for-dert den wehitrunk zur eingehung irgend eines rechts-gefchäfts. Ich will damit nicht leugnen, daß er auchl'clion in der frühlten zeit für gewiffe Hille wahrhaftfymbolifche natur gehabt haben könne; dies beweitl dievrrmifchung des tranks mit blut, wovon hernach ge-handelt werden foll, und manche heutige gewohnheit.z. b. die, brüderfchaft durch weclifelfeiligen zutrunkabzufchließeu. Im heidenlhum werden opfer mit jenengaltmählern verbunden gevvefen fein.

Mehr im mitlelalter aufgebracht fcheint die allgemeinund w r eit verbreitete, bis lieute noch fortwährende fym-bolifche anwendung des weinlrnnks zur feier eingegan-gener käufe; das hieß litkouf, winkouf, ipäter leitkauf,weiukauf*). Belege hat Ilaltaus 1257. 58. 2057-59 ge-fainmelt, deren keiner das 13. jh. erreicht **), einenvom jahr 1245 gibt Bodm. p. 662: ad confirmalionemigitur omnium praemilForum fralres vinum teßimonialedederunt lolempniter; wir hänt trunken den winkouf

*) vom ahd. ltd, mtid. lit, potus; für die ausbreituug dergewohnheit zeugen eben die volksinäßig eutftellteu ausdrückeleikauf, leukauf, wiukef.

**) in den ältetieu beifpielen hat weinkauf, pecunia potabilis,vinicopium die verf hiedeue bedeutung einer abgabe (laiidemium);fo vielleicht fcliou in der lreiktnhorfier urkuude winkdp; vgl.Wenk 3. ur. 141 (a. 1250 ): viilauis in Hole, qui winkouf biberuntvulgare jus, quod lanllideleurecht dicitur, faciet.