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Deutsche Rechtsalterthümer / von Jacob Grimm
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384
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384 Jtand. knechte . heirathsgeld. grundzins .

Miraeus 1. cap. 71 (a. 1173); quando liic juvenis (fcrvi-lis) ad nuptias Iranlire deliderat, nubendi licenliain lexden. redhnat. Gelenius in vita Gngelberli colonienf. j, 8(a. 1225.) Fs ilt niclil klar, ob das geld mir dem herruder magd oder aucli dem des kneclils, oder beiden ent-richtet werden mulle. Jenes nach altn. recht: vil llirälfa huskono, givi tva öia them är liana a. Veltg. gipt.2, 6* und auch der Sfp. 3, 73- redet nur von der VV en-din, nicht vom Wenden: üe gevet ire bumede irmelien en, alfo dicke als Ile man neinel. Die abgabe heißt inNiederdeutfchland bumede, burmede, baumiethe: volumusut ii qua midier de familia eedeiiae l'ervo noftro . . »nuplerit, data jultitia quae bumeda dicitur. ch. Lothai ii a.1035. Spätere und landi'chaftliche benennungen lind na~gelgeld (Haitaus 1401), bunzengeld, hunzengrolcben,Jeliiirzenzins. *) Frühe]- pllegten liatt des geldes pelze ent-richtet zu werden (vorhin f. 379*) Fs lallt lieh aus deut-fchen urk. kaum heweilen, daß diefe abgabe wie in Schott-land u. einigen gegenden Frankreichs durch ein recht desgutsherrn auf die erlte brautnacht herbeigefuhrt worden fei,vgl. Spehnan und Ducange f. v. marcheta, Roquefort 1,330. fuppl. 106- 107. Grupeu de ux. theot. p. 1-35. **)c. grundzins für das zur benutzung empfangue land,oft die fpätere ablöfung des älteren vieh und fruchtzin-fes, oft eine ganz kleine zur bloßen anerkennung desohereigenthutns gezalilte funnne. Reide arten find jähr-lich au beftimmlen tagen abzutragen, gewöhnlich vorUntergang der forme; wäre aber fach, daß einer zu

*) die abgabe verwandelte fich auch in eine bloße bewirtuugdes herru oder feines boten auf der hochzeit; Servin actions no-tables et plaidoyez 2, 166 erzählt folgenden gebrauch der her-Ichal't Souloire (in Anjou) fou fergeaut doit elire convie huictjours dy aller avec deux cbiens courauts couplez et un levrieret que ce fergeaut doit feoir devant la mariee au difner et elirelervi conuue eile et lui dire la premiere chanfon, et que les mar-riez doivent donner ü boire et ä inanger au chien et levrier.

**) die einzige mir bekannte itelle fteht in dem weistli. vonMure bei Zürch §. 4 wer fprechent die hofjiinger, vveller hie zuder heiligen e kuiut, der fol einen meier laden u. ouch fm fro-vven, da fol der meier lien dem briitgum ein hafen, da er wolmag ein fcliaf in gefiedeu, ouch fol der meier bringen ein fuderholz au das hochzit. ouch lol ein meier u. fin frow bringen einviertenteil eines fwinbacheus, u. fo das lioclizit zergot, lb fol derbriitgum den meier bi finepi tfij) laßen ligen die erße nacht oderer fol li loten mit 5 fch. 4 pf. Er wird alfo nie verfehlt haben,diefe kleine fumme zu erlegen.