gericht. goltesurtheil. hampf. 927
ein lieugebornes kind gefunden und eine lionue des Ver-brechens verdächtig war, ließ man, um die fchuidigeauszumitteln, alle nomien die probe des kreuzes lv>-Üehen. Rudolphus fuldenlis in vita S. Liobae eap. 15 .Der fjielifclien reehtsfage nach erfolgte diel'elbe prufuug,als ficli könig Karl und Ratbot um Frieslatid itiilten:huckera liiarem , deer orem an ßilleßalle wrßoetl, dathit wonnen lied. da brochtma da bereu Io gara. da ßo-denfe en etmel aloinme. Karl ließ feinen harull'clndifallen und Radbot hob ihn auf, damit hatte er verloren*Fw. 104. 105.
Aus einer merkwürdigen Helle des bair. gefetzes mulli-maße ich, daß auch diel'es gottesuriheil urlpi unglichheidnifch war und unter /landauf hebung und vvalir-lcheinlich anrufung heidnifcher götler begangen wmde*der liebente art. de popul. legibus (Georg. 329) hob esnicht auf, fondern erfelzle nur die abgötlil'chen formeludurch chriltliclie: de fco, quod Bajoarii ßapffaien di-cunt, in verbis, quibus ex vetußa confuetudirie paga-norum idvlolatriam reperimus, ut deinceps non aliternili lic dicat, qui quaerit debitum : haec mihi injulte ab-itulilti, quae reddere debes. reus contra dicat: non hocabltuli, nec cotnponere delieo. iterata voce requililo de-bito dicat: extendamus dexteras noßras ad jußum ju-dicium deil et tune manus dexteras uterque ad < oe~/tun extendat. Fan erheben der rechte zum eidl'chwurkann hier unmöglich gemeint fein, auch nicht ziunzweikampf, wovon art.(j> gehandelt hat. Vorauszu letzen,ilt, daß gläubiger und fchuldner keine anderen beweis-mittel hatten. Stapffalen (üiut. 0, 340 Ilapfaken) er-klärt lieh wohl auS iakeu (dicere) und Rupf, imperativvon itapfau (ire, gradi), womiL die aufforderung zumgottesgericht begonnen haben mag, vielleicht auch ausltap (baculus).
IV. Kampfurtheil, jud. pugnac f. duelli. unter allendas bei ülimtelie, häufiglle und edellie, bis heule fort-dauernd in dem zweikampf, der zwar weder von dengeliebten verordnet wird, noch rechtliche folgen hat, nachdem Volksglauben aber in gewilfen fällen die itets belleund letzte entfeheidung gewährt. Nachdem die übri-gen goltesurtheile allmälich nur auf gelinge, hilllofe undunfreie angewendet wurden, blieb der kampf überallunter edeln und freien im gebrauch. Hier gab lieh derunfchuldige nicht blind m die gewalt eines wunderbaren