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3 (1881) Die Papageien, ihre Naturgeschichte, Pflege, Züchtung und Abrichtung / von Karl Russ
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759
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Der gclbmantclige und der blauschulterigc Breitschwanzlori.

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sind am Ende schwärzlichgrün; Dr. Lenz sagt, zwei Exemplare von Amboina sind im ganzenHeller und lebhafter als ein drittes von Ceram). Länge 26 , 5 °»-; Flügel 13,gl5,s^°> ;Schwanz 8 ,g 11 --»-

Seine Verbreitung ist eine sehr weite, denn er ist auf Amboina, Buru,Banda, Ceram, Ceramlant, Matabcllo, Goram, Monawolka, Tejor, Koor, Harukound den Kei.Jnseln nachgewiesen, während er auf den Aru-Jnscln fehlt. Auf Bandaist er der einzige vorkommende Papagei, und diese früher für irrthümlich gehalteneAngabe wird von Dr. S. Müller bestätigt:Wir bemerkten mit Vergnügenviele rothe Loris, die in den hohen Kanarienbänmen saßen oder behend in denZweigen umherkletterten, Früchte verzehrten und unaufhörlich laut schrieen."Wallace beobachtete ihn auf Amboina, sagt aber nur, »dieser schöne karminrothcLori kommt hier sehr häufig vor. Große Züge flogen über die Pflanzung dahinund gewährten einen prachtvollen Anblick, wenn sie sich auf einen blühendenBaum niederließen, um Blumcnsaft aufzusaugen." Der Reisende v. Martcnsgibt an, daß er inhinsicht der Lebhaftigkeit und Ausdauer in der Gefangenschaftdem schwarzkäppigen und dem Lori mit gelbem Rückenfleck gleiche. Obwol seitälterer Zeit her bekannt (von Brisson 1760 zuerst beschrieben und von Gmcliii1780 benannt), so war doch bis zur neuesten Zeit überaus wenig über ihnzu finden. Buffon führt ihn zweimal auf, gibt aber außer der Beschreibungdurchaus nichts näheres an. Im Verzeichniß der Vögel des Londoner Gartenssteht er nur einmal vom Jahre 1874. Herr Wiener in London schickte mir indemselben Jahre ein prächtiges gestorbnes Männchen. In die Vogclhaudlungenund auf die Ausstellungen gelangt er nur hin und wieder einmal; so war in St.Gallen i. I. 1875 ein junges Männchen für 100 Francs vorhanden. NeuerdingssSommer 1880) wurde er zuweilen von Fräulein Ha gen deck eingeführt. DieSammlung des Herrn I>r. Platen enthielt aber sogar 7 Köpfe, welche zu70 Mark für den einzelnen und 130 Mark für das Par verkauft wurden.Die schöne Schilderung des Herr» Direktor Scheuba über den in seinem Besitzbefindlichen Vogel dieser Art, welche ich in der Einleitung angeführt habe, seinoch in folgendem ergänzt:In neuerer Zeit spricht er nach, was er nur irgend vonMenschen oder den ihn umgebenden Vögeln hört, selbst ganze Sätze und recht schwierige Worte.Am liebsten thut er es aber, wenn ich mit ihm allein in meinem Arbeitszimmer bin oderabends, wenn olles umher-ruhig ist. So hörte er von der Bedienung:gib dein Pratzele (Füßchen)weg", und überraschte mich Plötzlich mit dieser Redensart. Er spricht ganz deutlich und drücktselbst jede Erregung richtig aus, indem er seinLori" überaus verschieden rüst, ganz anders, wenner etwas zu erhalten wünscht, als wenn er ungehalten ist u. s. w. Am interessantesten ist eswenn er, ost noch in später Nacht, ein sörmliches Zwiegespräch hält, mit wechselnder, hoherFrauen- und tieser Männerstimme und zwar so rasch und wechselvoll, datz man kaum glaubenkann, nur ein Vogel allein leiste dies. Dazu ahmt er Kichern oder Gelächter, Husten u. drgl.täuschend nach. Seine Hauptnahrung besteht in Hans; sonst erhält er noch Biskuit, Feige,frische Fichtenrcijer und Haferrispen oder noch weichen unreifen Weizen in Aehren. Er badetunendlich gern und zwar in der S. 747 beschriebnen eigenthümlichen Weife; doch wälzt ersich auch häufig und mit Lust im trocknen Sande." Diese Erfahrungen des Herrn