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Nachträge und Ergänzungen.
treuen Beobachtungen zur Ehrenrettung dieser durchaus nicht unliebenswerlhen Art zu IhrerKenntniß zu bringen. Tas Geschrei dieses Sittichs war keineswegs arg und lästig, auch ließer es nicht ost erschallen. Jedesmal, wenn ich zur Stube hcreintrat, begrüßte er mich miteinem Ruf, ebenso wenn ich ihn mit ,Paperle° anredete. Hatte er sich zur Nachtruhe zurecht-gesetzt, so gab er mir, wenn ich mich ihm näherte und niit ihm sprach, durch leises WispernAntwort, und zuletzt durch einen nochmaligen Schrei. Er starb leider kürzlich, und die Unter-suchung zeigte einen kleinen, doch recht unheimlichen Luftröhrenwurm und zu großen Blut-andrang nach dem Gehirn." Herr Max Eichlcr in Lengenseld gibt folgende Schilderung!„Ein Pärchen in meinem Besitz zeigt sich wenig liebenswürdig. Dicht an einander geschmiegt undscheinbar voll gegenseitiger Liebe sitzen sie an lichter Stelle aus einem der höchsten Zweige un-mittelbar unter der Decke stundenlang ruhig da, und die öfteren Unterbrechungen dieser süßenRuhe bestehen in kräftigen Liebkosungen. Ost sitzt auch der eine aus einem Nistkasten, derandre vor dem Schlupfloch desselben. Sobald einer sich vom andern nur im geringsten entfernt,rufen sie einander sogleich förmlich ängstlich, bis sie wieder beisammen sind. Obwol sie kern-gesund zu sein scheinen und hübsch aussehen, machten sie bisher doch noch nicht den geringstenVersuch zur Brüt. Ihr Geschrei ist recht unangenehm."
Der Kchmalschnabellitlich mit roltrother Llirn sl> 8 ittacu 8 kerrugineikrons*)!; zu S. 204.Eine von George Lawrence neuerdings beschrieben Art: Schmaler Stirnstreif lebhaft rost-farben; neben dem Schnabel und Oberkehle matt hellockerroth; Oberseite dunkelglänzendgrün;obere Schwanzdecken lebhafter grün; Schwanzfedern Heller grün als der Rücken, röthlichbraunschaststreifig; Schwingen an der Außenfahne grün, Jnncnfahne schwarz, matt bläulichgrün ge-landet; unterseitige Flügeldecken dunkelgrün; ganze Unterseite hellgrün mit gelblichem Schein; Kehleverwaschen ockerfarben; Schnabel dunkelhorngrau; Auge?; Füße hell gelblichbraun; Länge 20 ,gcm..,Flügel 12, 41 ; Schwanz 9°°> Heimat: Neugranada, Bogota. ,I1r. Finsch, welcher aufseiner Forschungsreise nach den Inseln des stillen Ozeans einige Tage in New-Pork verweilte,und dem ich den Balg zeigte, stimmt mir darin zu, daß es eine neu entdeckte Art sei." DieRedaktion der Zeitschrift „Ibis", an welche Lawrence Expl. eingesandt, bemerkt, daß dieserPapagei von allen anderen bekannten amerikanischen Arten völlig verschieden erscheine, und daß,wenn die Heimatsangabe genau sei, man ihn für eine neue halten müsse. — LrotoZer^slsrriigilleit'rolm (!), c.
Der Nlönchs-Dickschnadelfittich sl' 8 ittLeu 8 müuacliu 8 j; zu S. 206. Ernest Gibsvn, dersechs Jahre in Buenos Ayres gelebt, gibt folgende Schilderung: „Alle Wälder find zujausenden voll von großen Nestern mit diesen lebhaft gefärbten, geschwätzigen Bewohnern. Denganzen Tag währt ihr lärmendes Geplauder. säst jeden andern Ton in Wald und Garten über-täubend, und schließlich sind sie nach allen Äpseln, Birnen, Pfirsichen und Mispeln in den btrf.Gärten nur zu sehr lüstern. Die Art ist durchaus gesellig, sie frißt zu Scharen und baut inGemeinschasten. Sie ist eine derer, gegen welche ich ziemlich erbittert bin; denn gleich demKibitz (Va»eIIu 8 cu^k!nuen 8 i 8 ) in den Ebenen spielt sie die Rolle der Schildwache für alle ge-fiederten Nachbarn. Man stiehlt sich leise durch das Unterholz, auf einen vorsichtigen Raubvogeloder einen Flug Baumenten zuschleichend und hofft auf gute Beule, doch vergebens: das ge-dämpfte Geschwätz weicht plötzlich einer bedeutungsvollen Stille; einhundert Par schwarzerPerlenaugen schauen den Eindringling aus den Nestern und von den nächsten Zweigen an, unddann folgt das Schwirren ebenjovieler Flügel, während ein Lärm sich erhebt, der alle Krähen,welche jemals gekrächzt haben, beschämen würde. Fort ist die gewarnte Gesellschaft, währendder erzürnte Jäger aus dem größten Fluge ein halbes Dutzend herunterholt, um die übrigen
*- Dieses häßliche Bastardwort möchte ich gern durch ein andres, mehr paffendes undwohllautendes, wie z. B. k. rulii'(iitron 8 , ersetzen; allein ich vermeide es, einen neuen Namenzu geben, wenn ich nicht durchaus dazu gezwungen bin — und daher mag jene Bezeichnungdem Vogel bis auf weitrcs verbleiben.