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Praktische Anweisung zur Baukunst schiffbarer Canäle, wie solche zu entwerfen, mit allen dabey vorkommenden Werken anzurichten, zu erbauen, und die Anschläge davon zu verfertigen sind : wobei besonders der französische Canal von Languedoc und dessen vorzügliche Werke als Muster so aufgestellt, wie sie der Herr de la Lande beschrieben / von Johann Ludewig Hogrewe ...
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2lab,

3« Dritter Abschnitt.

Einige Kammern sind so groß, daß zwey und mehrere Schiffe darin zu-gleich Raum haben; gewöhnlich werden solche aber nur für ein Schiff ein-gerichtet. Die Kammer muß einige Fuß länger, als das Schiff mit seinemSteuerruder, und die Eingänge zwischen den Thüren i bis i^ Fuß breiter,als das Schiff in der Mitte ift, seyn, damit es bequem darin liegen, undbeym Ein- und Ausgange hinreichenden Spielraum behalte.

tz. 32. .

Das Durchlässen oder das sogenannte Schleusenspiel geschiehet, wennSchiffe den Canal herauf oder herunter gehn, auf folgende Weise. Gesetzt,ein aus dem untern Canal b liegendes Schiff will nach a zum obern herauf-gehn. Wenn alsdann, wie gewöhnlich, die untern Thüren offen stehn, oderdoch geöffnet werden können, weil das Waffer in der Schleusenkammer e kmit dem des untern Canals l> in gleicher Höhe steht, so geht das Schiff lr inselbige ein, die Schleufenthüreu 1 werden nahe zusammen gedrehet, und wennsich Schütten in selbigen befinden, solche herunter gelassen. Hieraus werden.die in den gemauerten Umläufen 1 und IN befindliche Schütten in die Höhegezogen, und dadurch so viel, Wasser in die Kammer gelassen, bis es mit der»Wasserspiegel des obern Canals gleich hoch ist, wie n o Fig. Z, zeigt. Sowie das lWasser in der Kammer höher wird, drückt solches die untern Thüreni immer fester zu, und das Schiff erhebt sich nach und nach mit dem Wasser.bis zum Wasserspiegel des obern Canals. Und da uunmehro das lWaffer aNLeiden Seiten der obern Thüren lr in gleicher Höhe ist, mich:» ihrer Öffnungkein Hinderniß entgegen stehet, so begiebt sich das Schiff in den obern Canalund fetzet feinen Weg fort. Ist hier oben eben ein Schiff vorhanden, welcheshinunter fahren will, so gehet es in die Kammer ein, die obern Thüren lr wer-den geschlossen, die Schütten 1 und nr in den Umläufen wieder zugesetzt, Hin-gegen die in den untern Thüren 1 aufgezogen, da dann das Wasser der Kam-mer so weit wieder abläuft, bis es mit dem Wasserspiegel des untern Canalsin gleicher Höhe sieht. Das Schiff wird sich folglich mit diesem Waffer Wie-der senken, und sobald die untern Thüren wieder geöffnet sind, sich in den un-tern Canal b begeben können.