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Praktische Anweisung zur Baukunst schiffbarer Canäle, wie solche zu entwerfen, mit allen dabey vorkommenden Werken anzurichten, zu erbauen, und die Anschläge davon zu verfertigen sind : wobei besonders der französische Canal von Languedoc und dessen vorzügliche Werke als Muster so aufgestellt, wie sie der Herr de la Lande beschrieben / von Johann Ludewig Hogrewe ...
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Achter Abschnitt.

Lab. V II. Daß ihre Kraft sehr groß, kann wohl nicht bezweifelt werden, hingegenhaben sie auch den Fehler, daß, es sey vom Regen oder veränderlicher.terung, wenn sie bald naß oder feucht sind, sie sich oft in der Mutter klemmenund überhaupt sehr vergänglich sind. Überdem muß nothwendiger Weise füedem Schleusenaufseher, ein Laufsteg zum Aufziehn der Schütte längs bestThüren angebracht werden. ALill man aber bey etwas großen Schütten,Schrauben gebrauchen, so müssen sie, wie ich es in England bey vielen

Schleusen gesehn, nebst der Mmtker von Eisen seyn; aber dann sind sie freylich

auch kostbar, und doch dem Roste ausgesetzt. Daß übrigens das Aufziehn M>^der-Schraube weit langsamer, als bey allen andern bekannten Methoden, i^außer allem Zweifel. Doch dieser an sich geringe Zeitverlust kann in keinerNBetracht kommen.

Man muß sich wahrlich wundern, wenn man in Holland sieht, wie hiuund wieder die Schlensenschükten bloß durch einen eisernen Hebel erster Artaufgezogen werden, wo die Entfernung der Kraft und Last vom Ruhepttttktsich nur wie 2 zu i verhält, und wo das Übergewicht des Hebelarms der Kraftauch nicht von großer Bedeutung ist. Der Ruck oder Stoß, womit diesig

Aufziehn geschiehet, ersetzt aber den Mangel der Kraft. Mit Hülfe dieses

gewiß würksamen Rucks, wo sich die ganze Kraft des Menschen koncentrirt,Werden auch die oft sehr schweren Mühlenschütten gehoben. Diese gewaltsam?Bewegung läßt sich aber bey dem Aufziehn der Schütten in den SchleuseMthüren nicht gut anwenden; weil, wenn diese Verrichtung auf der SchleMsenthür selbst vorgenommen werden sollte, durch diese Erschütterung der ZusalMmenhaug des Zimmerwerks außerordentlich leiden würde; ja selbst die Schwel?des Mannes, der das Aufziehn verrichtet, und der deswegen erforderliche Steg,könnte den Thüren schon nachtheilig werden. Beides zu vermeiden, muß dasAufziehn auf dem festen Boden vorgenommen werden: wie solches auch würkrlich bey großen Schleusen, mittelst einer Winde, geschiehet. Wir wollen ab??sehn, ob durch die Tab. VII. Fig. 12. und iZ. entworfene Einrichtung ui^aus eine einfachere und unnachtheiligere Weife, dieser Zweck zu erreichen sey.

Der ganze Mechanismus ist, wie Tab. VI. Fig. ch und 7. bey x uN^? zu sehn, an dem Drehbalken angebracht. Die Schütte hängt an der