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Praktische Anweisung zur Baukunst schiffbarer Canäle, wie solche zu entwerfen, mit allen dabey vorkommenden Werken anzurichten, zu erbauen, und die Anschläge davon zu verfertigen sind : wobei besonders der französische Canal von Languedoc und dessen vorzügliche Werke als Muster so aufgestellt, wie sie der Herr de la Lande beschrieben / von Johann Ludewig Hogrewe ...
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274 Fünfzehnter Abschnitt.

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Der berühmte Durchgang des Berges von Encerüue, ist von der ach^fachen Schleuse bey Fonserane Z725 Klafter, aber etwas weiter vonzieres entfernt, und hat den Namen Nkalpas, von einem übel berüchtigtWirthshause, welches auf dem großen Wege von Bezieres nach Narbomie be-legen war. Dieser Berg war an der Stelle, wo nach der Absteht des HetRiqueks, der Canal durchgehen sollte, Z67 Klafter breit und iZ hoch. Ma"glaubte anfänglich, daß dieser Boden, der eine Art von Tufstcin ist, eine solcheHärte hätte, daß er stch ohne Unkerwölbung von selbst erhalten würde. F"der Folge hat man aber gesehen, daß diese Härte stch mit der Zeit verändertund an einigen Stellen so weich ist, daß er hin und wieder durch ein Gewölkvon harten Steinen unterstützt werden mußte. Als der Canal an jeder Selledes Berges 45 bis go Klafter lang oben offen eingeschnitten, die Erde heraus g^bracht war, und der Stein plötzlich sehr fest wurde; beschloß der Herr Riq»^die noch übrige 85 oder 83 Klafter unterirdisch durchzugrabeN. Hier WUi'dtihm von Vielen widersprochen, die da glaubten, daß es unmöglich sey, dennal durch den Berg durchzuführen, weil es ihnen schien, ein sandiger Tuf z>'seyn, der leicht herab fällt, auch das TLaster durchlaufen lasten würde; instschlugen deswegen verschiedene Veränderungen in der Richtung und dem Gattistdes Canals vor. Ja es gieng so weit, daß man dem Herrn Colbert schrieb,daß der zweyte Theil des Canals verunglückt, weil der Herr Riquet mit selbi-gem in einem Sandberge stecke, und an beiden Seiten zwey Teiche in dckNähe habe, die 25 bis Zo Fuß unter dem Wasserspiegel des Canals lägck-Dieses Schreiben wurde dem Herrn Riquet zugesandt. Er verlohr aber st'"Project um desto weniger aus den Augen, da er die Eigenschaft des Tustgenau untersucht hatte, und es ihm bekannt war, daß dieser Berg in seitt^größten Länge durchgraben, und eine unterirdische Wasserleitung von 14hoch und g Fuß breit, durch denselben in sehr alten Zeiten, vielleicht imJahrhundert, geführt war, um den jetzt würklich ausgetrockneten Teich """Ncontady abzulassen. Durch diesem Umstand aufgemuntert, beschloß derRiquet, den Berg insgeheim nach der projectirten Richtung durchzugrabeN,trug dem Herrn Pascal auf, mit den Arbeitern, die er von der Canalarbeit