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Praktische Anweisung zur Baukunst schiffbarer Canäle, wie solche zu entwerfen, mit allen dabey vorkommenden Werken anzurichten, zu erbauen, und die Anschläge davon zu verfertigen sind : wobei besonders der französische Canal von Languedoc und dessen vorzügliche Werke als Muster so aufgestellt, wie sie der Herr de la Lande beschrieben / von Johann Ludewig Hogrewe ...
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276 Fünfzehnter Abschnitt.

Tab.XVII. Gewölbes den Einsturz droheten. Besonders trugen hiezu zwey Schächte vielesbey, die man zum Herausschaffen des Erdreichs zu Tage befördert und nächsteso schlecht verstopft hatte, daß das Regenwasser durch selbige drang, den §llsbefeuchtete, und seine Ablösung beförderte, wodurch dann der Canal verschüttet,die Fahrt gesperret und gefährlich wurde.

Diesen Zufällen vorzubeugen, suchte man die gefährlichsten Stellen, r»^Bögen von starken Tannenholz zu unterstützen. Aber diese aus 14 bis igoo^Livres stch belaufende Kosten, waren vergeblich angewand; weil in weniger alsZ bis 10 Jahren alles gänzlich verfault war. Die Gefahr wurde dermale»sehr dringend. Man war fast entschlossen, den Canal oben zu öffnen, und sei»Profil unbedeckt in den Berg einznschneiden. Aber auch hierbey fand man vie^Schwierigkeiten. Denn da die ersten Bogen verfault waren, und man oh»^solche diese Arbeit nicht unternehmen konnte, so mußten mit einem ansehnliche»Kostenaufwand andere gemacht werden. Ferner mußte man die Seiten, 40 bis4Z Fuß hoch, entweder ganz lokhrecht herunter gehen lassen, oder ihnen eilllBöschung geben, wodurch das auszugrabende Profil sehr vergrößert worde»'Die Lust würde auf diese Abdachungen eben so sehr, als auf die Wände desGewölbes gewürkt haben, und jeder Regen von einer halben Stunde, wenn ^auch nur einen Zoll von dieser Fläche herunter geschwemmet, würde hinreiche»»den Canal in kurzem anzufüllen; wenn man auch die großen Kosten tti^achten wollte, welche das Ausarbeiten einer solchen Menge Tuss, und dasausbringen aus einer solchen Tiefe erforderte. Alle diese Ursachen verändert»die Meinung des Herrn RiquetS, und es wurde beschlossen, die ungeheure Be»ö'Masse, durch ein Gewölbe von Quadersteinen zu unterstützen. Es war aber f»^unmöglich, ein Gewölbe aufzuführen, das mit seinem Rücken A Fug. 9. die ss^Bergmasse i erreichte, welche der Decke eines Steinbruchs ähnlich war.unterstützte solche deswegen mit 25 starken Mauern von sehr harten Quaders'uen, so wie ich solche zum Theil im Durchschnitt nach der Breite bey st i ^und Fig. 10. bey in nach der Länge des Canals, zu bessern Verständniß ^warfen. Diese Mauern stehen 9 Fuß von einander ab, und die Zwischen*^ken ir find durch Bögen von gehauenen Steinen, mit denen in denangebrachten Verzahnungen, so geschickt und gut verbunden, daß der g^