I. Der Organismus der Phaeodarien.
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kleine Nebenöffnungen der Central-Kapsel, gewöhnlich paarweise zu beiden Seiten ihres Aboral-Polesgelegen; 2. ein eigenthümliches extracapsulares Silicat-Skelet, welches nur sehr wenigen fehlt undmeistens aus hohlen Röhren zusammengesetzt ist; 3. die beträchtliche Grösse des einzelligen Körpers,welche bei der Mehrzahl diejenige der übrigen Radiolarien übersteigt und meistens 1—2mm erreicht;jedoch giebt es auch viele kleinere Formen; bei den grössten Phaeodarien erreicht der Durchmesser20—30 mm.
Individualität. Obgleich die meisten Phaeodarien sich durch ansehnliche Grösse und verwickelteZusammensetzung ihres Körpers, sowohl in der Structur des Skelets als des Malacoms auszeichnen, sobehält dennoch immer der ganze Organismus den morphologischen Werth einer einzigen Zelle. Dergrosse Zellkern, welcher in der Central-Kapsel liegt, bleibt stets einfach und zerfällt erst bei der Fort-pflanzung in zwei oder mehrere Kerne. Viele von den grösseren Phaeodarien (z. B. Aulosphaeriden,Cannosphaeridcn, Medusettiden, Coelographiden u. A.) entwickeln eine solche Complication, namentlich in derSkelet-Form, dass sie hinsichtlich der morphologischen Differenzirung als die höchst entwickelten unterallen einzelligen Lebensformen angesehen werden können.
Malacom und Skelet. Die anatomische Analyse lässt am einzelligen Organismus der Phaeodarienfast allgemein zwei wesentlich verschiedene Bestandtheile unterscheiden, den Weichkörper oder dasMalacom, und das feste Gerüst oder Skelet. Letzteres fehlt nur den einfachsten Formen dieser Legion,den Phaeodiniden. Obwohl das Skelet erst ein secundäres Product des Malacoms ist, erscheinen Beidedoch anatomisch stets scharf getrennt. Das Malacom besteht, wie bei allen übrigen Radiolarien, auszwei wesentlichenHauptbestandtheilen, der kernhaltigen Central-Kapsel, und dem kernlosen Extra-cap sul um (Gallerthülle oder Ca ly mm a, nebst Phaeodium). Das Skelet zeigt eine sehr grosseMannigfaltigkeit in seiner Zusammensetzung und ist jedenfalls polyphyletisch entstanden, indemmehrere verschiedene Formen von skeletlosen Phaeodiniden , unabhängig von einander, die Skeletbildungbegonnen haben; die verschiedenen Hauptformen des Skelets lassen sich nicht auf eine gemeinsameAusgangsform zurückführen.
Protoplasma. Die Zellsubstanz oder das Protoplasma zerfällt bei den Phaeodarien, wie bei allenanderen Radiolarien, in zwei wesentlich verschiedene Theile, das innere (Endoplasma) und das äussere(Exoplasma); beide stehen in continuirlichemZusammenhang durch die Oeffnungen der Central-Kapsel.Das Endoplasma oder das intracapsuläre Protoplasma erfüllt den grösseren Theil der Central-Kapselund schliesst den voluminösen Kern ein. Das Exoplasma oder das extracapsulare Protoplasma breitetsich rings um die Central-Kapsel in Gestalt einer Sarcomatrix aus, durchsetzt das gallertige Calymmain Gestalt eines lockeren Sarcoplegma, und bildet an der Oberfläche des letzteren ein Sarcodictyum,von welchem die zahlreichen Pseudopodien ausstrahlen.
Central-Kapsel. In auffallendem Gegensätze zu der grossen Mannigfaltigkeit und Complicationder Skeletbildung, welche die Phaeodarien auszeichnet, besitzen alle Glieder dieser formenreichen Legion— soweit bis jetzt bekannt — die gleiche Form und Bildung der Central-Kapsel. Sie unterscheidet sichvon derjenigen der übrigen Radiolarien durch zwei wichtige Eigenschaften: erstens die doppelteMembran, und zweitens die eigenthümliche Structur der Hauptöffnung oder Astropyle; letztere liegtstets am Oral-Pole der verticalen Hauptaxe der sphaeroidalen Kapsel. Ausserdem ist auch die ansehn-liche Grösse des eingeschlossenen Nucleus bemerkenswert!!, dessen Durchmesser gewöhnlich ungefähr