XII
einschlummern werden, und kann die Aussichtfür den Menschenfreund erfreulich sein, dafs künf-tig noch ein weit gröfserer Theil der Bevölkerungauf diese Weise lnaschinenmäfsig beschäftigt seinwerde? — Warlich, wenn dem so wäre, sokönnte das Lesen des vorliegenden Buches Nie-manden Genufs gewähren, der cs mit der Mensch-heit gut meint. Allein diese Besorgnifs ist glück-licher Weise ungegründet. Die Erfahrung hatgezeigt, dafs jene Arbeiter, welche nur eine sehreinfache Operation fortdauernd zu verrichten ha-ben, an geistiger Kraft denen nicht nachstehen,welche ein zusammengesetzteres Geschäft betrei-ben, sondern sie sogar häufig übertreffen. WoRegsamkeit des Geistes einmal vorhanden ist,wird sie durch mechanische Arbeit nicht einge-schläfert. Findet sich der Geist nicht beschäftigt,so sucht er ein anderes Ziel, und arbeitet, indemder Körper durch jene einfache Beschäftigunggewissermafsen beruhigt wird, nur um so regsa-mer. Die Frauen denken nicht zusammenhängen-der und schärfer, als beim Stricken, oder bei ähn-lichen leichten Beschäftigungen, und keine istdurch diese geistig verdumpft. Früher war dasStricken sogar ein zünftiges Handwerk. Schonlängst haben sieh die Weber durch ihr Grübelnwährend ihrer meist ganz mechanischen Arbeitausgezeichnet. Kein Gewerbe hat so viele mecha-nische, mystische, pietistische und poetische Ta-