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Geschichte der Botanik / von Emil Winckler
Seite
XIV
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wichtig, wenn sie in ihren Werken Einzelnes aus den altenklassischen Schriften aufbewahrt haben.

Vorthcilhaftcr zeichneten sich die Araber aus. Sie wa-ren eine Zeit lang fast die einzigen würdigen Träger besondersder mathematischen, astronomischen und physikalischen Wissen-schaften. Auch mehrere nicht unwichtige Botaniker dieses Vol-kes werden wir unten anzuführen haben. Die Araber stütztensich insbesondere auf die Schriften der alten Griechen und über-setzten viele griechische Werke in die arabische Sprache.

Nachdem die Stürme der Völkerwanderung ausgetobt wa-ren, und im Abendlande das Ehristenthum allgemeine Aner-kennung erlangt hatte, fing man »ach und nach wieder an, dieBildung des Geistes zu kultiviren. Dies ging jedoch der Na-tur der politischen Zustände wegen nur sehr langsam vonStatten. Die Dichtkunst gelangte in Deutschland nicht langenach dem Jahre 1100 nach Christo zu einem hohen Grade derAusbildung und Verbreitung. Aber die ernsten Wissenschaftenblieben in den Händen Weniger, und selbst diese kamen beiWeitem nicht in ihren Resultaten dem klassischen Alterthumgleich. Hauptsächlich müssen im Mittclaltcr die Klöster alsdie Stätten der Wissenschaft betrachtet werden, und auch inder Botanik sind einige Mönche nicht ganz ohne Bedeutung.Als aber in den Klöstern Sittcnlosigkeit, Trägheit und Aber-glauben überhand nahmen, verloren die Wissenschaften auchdiesen ihren letzten Stützpunkt, und in der zweiten Hälfte desMittelaltcrö schien die Menschheit ganz und gar in Finsternißund Dummheit versinken zu wollen.

Erst der Neuzeit war es vorbehalte», die ^Naturwissen-schaften zu der ihnen gebührenden Würde zu erheben. DieErfindung der Buchdruckerkunst, die Entdeckung der neuenWelt, die Reformation: alles dies trug dazu bei, die gesell-schaftlichen Verhältnisse gänzlich umzugestalten und den schaf-fenden Geist des Menschen von Neuem zu wecken. Am allenGebieten des Wissens erhob sich ein gewaltiges Ringen nachSicherheit und Klarheit. Anfangs mußte man freilich den