lung mehrerer kleinerer und unvollkommenerer Blätter sei;ebenso sei die Fruchthülle aus mehreren Blättern zusammen-gesetzt, welche indessen, während sie im Kelche blos zusammen-gedrängt seien, hier mit einander verschmolzen; selbst dieSamen beständen aus verschmolzenen Blättern; denn sobalddieselben der Erde auvertraut würden, verwandelten sich dieunförmlichen und saftlosen Sameiilappen in vollkommene,grüne, saftige Blätter; aber auch die Blumcnkrone sei ausder Vereinigung modisicirtcr Blätter entstanden, was sichoffenbar daraus ergäbe, daß sie sich nicht selten in Kelch-blätter und umgekehrt diese in Blumenblätter verwandelten.Auch machte er die Beobachtung, daß bei den Polpandristendie Staubfäden in Blumenblätter übergehen und so gefüllteBlüthen bilden; es müßten demnach auch die Staubgefäßeihrem Wesen nach eigentlich als Blätter betrachtet werden.„Mit einem Wort",.fährt er fort, „in der ganzen Pflanze,deren Theile auf den ersten Anblick so außerordentlich voneinander abweichen, sieht man, wenn man alles reiflich er-wägt, nichts als Blätter und Stengel, indem die Wurzel zudiesem gehört." Er unterließ es jedoch, die Entwicklung derBlätter aus dem Stengel zu erklären, gab indessen Andeu-tungen, wie man dies und hinwiederum die Entstehung desStengels aus den Gefäßen verfolgen müsse. Durch die Auf-stellung der oben angegebenen Grundsätze gab Wolfs derseither herrschend gewesenen Präformations- und Einschachte-lungstheoric einen gewaltigen Stoß. Doch beging er denFehler, daß er, auf das bei den weiteren Entwickelungsformcnimmer kleiner werdende Volumen der neu entstandenen Theileein allzugroßcs Gewicht legend, die Formation des Blattesals die vollkommenste, alle ferneren Bildungen aber für destounvollkommener hielt, je weiter sie sich von der Gestalt deseigentlichen Blattes entfernen, und nicht beachtete, daß diespäteren Metamorphosen immer feiner und edler werden.
Wolfs hatte seine Lehren nur fragmentarisch vorgetragen;auch waren sie gar nicht zur Kenntniß eines großen Theiles