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Handbuch der Oryktognosie : zum Gebrauche bei seinen Vorlesungen und zum Selbstunterricht : mit besonderer Berücksichtigung der oryktognostischen Verhältnisse des Grossherzugthums Baden / entworfen von Fr. August Walchner
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99
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Gemeiner Quarz. 99

Fettglanz sich hinneigenden Glasglanz besitzen, der znwei-len yollhommen in jenen übergeht , und einen splittrigenBruch zeigen. Die Krystallc sind gewöhnlich Dodekaeder,anwelchen die Prisinenfläclien meist nur als eine schwacheAbstumpfung der Grundkanten desselben auftreten , unddie selten vollkommen, häufig aber zur Hälfte, ausgebildeterscheinen , da sie gewöhnlich in Drusen vereinigt sind.Af'tcrkrystallc nach Bleiglanz, Gyps, Flussspath, Kalkspath,Schwerspath. Mit Eindrücken, zellig, zerfressen, als Ueber-zug, derb, eingesprengt und in Gestalt von feinerem odergröberem Sande. Durchscheinend , und oft nur an denKanten. Von verschiedenen Farben.

Verbreitung allgemein. Wesentlicher Gemengtheil vielerGebirgsarten, zumal der älteren , für sich selbstständig ingrossen Massen , als Quarzfels u. s. w., auf Gängen und Lagernund im aufgeschwemmtcn Lande. ImGranite desSchwarz waldes,vorzüglich im grob- und grosskörnigen, oftmals in schönenKrystallcn, Prismen mit den Dodekaederflächen zugespitzt,in der Gegend v on Forbach im Murgthalp, im Gneise desFeldberges ; in ausgezeichneten , hin und wieder vollkom-men cylindrischen Drusen, vor dem auf der Grube Mausbei Todtnau im VViesenthale , auf der Grube Wenzel undFriedrich Christian im Kinzigthale u. s. w. In den Achat-kugeln der Gegend von Schweighausen im obern Schutter-thale , Oppenau im Renchthale , Baden im Oosthale. ImSandsteine von Waldshut in ausgezeichneten Drusen.

liauptanvvendungen des Quarzes : zur Fabrication vonGlas , Smalte , Steingeschirr , Mörtel , zur Glasur , zumStrassenbau.

Man unterscheidet folgende Abänderungen des gemeinenQuarzes mit eigenen Namen :

a) Avanturin. Gelblichroth oder braunroth gefärbter Quarz,mit vielen feinen Sprüngen, welche ein eigenthümlichesSchimmern bewirken. Findet sich in der Gegend von Ma-drid, am Ural, in Steyermark, und wird als Schmucksteinbenützt.

bl Fettquarz. Von rosenrother (Rosenquarz) , milchweisser(Milchquarz) , und graulichweisser Farbe und ausgezeichne-tem Fettglanze. Rahenstein hei Zwiesel in Baiern, Haupt-fündort des Ilosemjuarzes. Hin und wieder krystallisirt inden Quarzdrusen von W aldsliut. Der Milchquarz in Nor-wegen.

Der gemeine Fett quarz häufig als Gemengtheil von Ge-birgsarten, besonders von gewissen Porphyren. Der Rosen-quarz wird zuweilen als Schmuckstein benützt. Die Farberührt von Mangan,