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Handbuch der Oryktognosie : zum Gebrauche bei seinen Vorlesungen und zum Selbstunterricht : mit besonderer Berücksichtigung der oryktognostischen Verhältnisse des Grossherzugthums Baden / entworfen von Fr. August Walchner
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105
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Chalzedon.

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Die dunkeln Parthien des Steines wurden zum Grundeund die lichten zu den Figuren benutzt. Die Steinschleiferin Oberstein und Idar an der Nahe, verarbeiten eine grosseMenge gemeinen Cbalzedon, und verstellen sich darauf', diedurchsichtigen, weniger geschätzten Stüche, in die schön-sten niilcbw eissen, gesuchten, nmzmvandeln. Auch wissensie dem Chalzedon eine sehr schöne zitrongclbe Farbe zucrthcilen , und ursprünglich lichtgraue Streifen in soge-nannten Onyxen , in das reinste Schwarz zu verwandeln.Schöne Mochha-Steine werden jetzt noch, obgleich das Mi-neral in beinern hohen Werthe steht, mit mehreren Duca-ten bezahlt. Im grünen Gewölbe zu Dresden befindet sicheine Onvxplatte , welche in der Breite l / x Fuss misst undin der Lange etwas darüber; ein Stück von seltener Schön-heit, das aut 44,000 Thaler geschützt ist. Der Carneol wird,wie der Cbalzedon, zu Bing- und Siegelsteinen und zumSchmucke benützt , aber mehr als dieser geschützt. DieAlten gebrauchten ihn vorzüglich zu lntaglios , weil er,vermöge seiner geringeren Harte , leichter zu verarbeiten ist,und heut zu Tage wird er insbesondere zu Siegelsteinen ver-wendet. Der weisse und rothgestreif'te Carneol , welcherSarclonyx heisst, wird am theuersten bezahlt. Nach diesemwerden die vollkommen blutrothen am meisten geschützt,weniger die blassrolhen, deren Farbe künstlich erhöht wer-den kann , und am wenigsten die ins Gelbe , Braune undWeisse fallenden. Man kauft für einige Gulden gegenwärtigsehr schöne geschliffene Bing- und Siegelsteine. Das Plasmawurde , w ie oben bemerkt worden , von den Alten häufigzu Gemmen verarbeitet. Unser Plasma ist weniger schönals das antike. Es wird wie die vorhergehenden Abände-rungen verarbeitet. Der Heliotrop wird im Morgenlandesehr geschützt. Es werden aus ihm verschiedene Verzie-rungen , Sabelgriffe, Messerhefte u. s. w. verfertiget. Diedurchscheinenden , mit vielen rothen Puncten versehenenStücke, werden vorgezogen. In Europa wird er vorzüg-lich zu Siegelsteinen verarbeitet. Der Preis ist wie beimCarneol. Der Chrysopras wird , seiner lieblichen Farbewegen, gern als Bingstein getragen. Ganz reine , gleich-förmig gefärbte Stücke , ohne Flecken und Sprünge , sindselten. Er wird aus diesem Grunde am theuersten vonallen Abänderungen des Chalzedons bezahlt. Ein völligfehlerfreier , schön gefärbter Bingstein kommt , nach Be-schaffenheit seiner Grösse, auf 5 o, 80, 100 bis 200 Guldenzu stehen. Grössere unreinere Stücke , w erden zu Dosen,zu Steinen in Uhrschlüssel u. s. w. verarbeitet. Die Farbewirc durch Austrocknen des Steines an der Luft blasser.Man bewahrt ihn desshalb in feuchter Baumwolle.