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müssen. Aber die Hauptschuld lag doch eigentlich an der lieder-lichen Konstruktion der Schachteln, namentlich weil viele Fabri-kanten anfangs durchaus nicht von der alten Form der überausdünnen und leichten Spanschachteln abgehen wollten. Ehe einer-seits die Fabrikanten durch die Klagen des Publikums und diesachverständigen Unterweisungen von Seiten der Fabrikinspek-toren sich hatten belehren und zu soliderer Verpackung be-wegen lassen, und ehe andererseits das Publikum überall Zeitgefunden hatte, durch Schaden klug zu werden, hatte sicheine solche Menge von kleinern, aber immerhin sehr empfindlichenUnglücksfällen ereignet, namentlich in der Westschweiz , dassallgemeine Missstimmung gegen die „allumettes föderales“ da-selbst Platz griff.
Hiezu trug ausser den oben erwähnten Ursachen, nämlich denschlechten Schachteln und der unzweckmässigen Anbringung vonReibmasse für „schwedische Zündhölzer“ auch der Umstand bei,dass erst ein Fabrikant, dessen Waaren namentlich nach derWestschweiz gehen, dann aber auch andere, überall entzündbareZündhölzchen ohne gelben Phosphor in den Handel brachten, umden Wünschen des Publikums zu begegnen, welches natürlichim ersten Augenblicke nicht gern die gewohnten, an jeder rauhenFläche entzündlichen Hölzchen entbehren mochte. Wir habenschon oben gesehen (S. 12), dass bis zu diesem Augenblickedie Darstellung wirklich brauchbarer Zündhölzer dieser Artein frommer Wunsch geblieben ist und wir können uns umso weniger darüber wundern, dass die ersten Versuche derschweizerischen Fabriken damit nur eine Waare zu Tage förder-ten, welche sich entweder äusserst schwer entzündete (wie dieberüchtigten „allumettes incombustibles “ der französischen Mono-polgesellschaft) oder aber mit grösster Leichtigkeit bei der ge-ringsten äusseren Einwirkung in Brand geriethen. Man hatvon solchen Mischungen wesentlich drei Klassen, von denenneben chlorsaurem Kali (das so gut wie in allen andern als denalten Phosphorhölzchen vorkommt), die erste Klasse amorphenPhosphor, die zweite unterschwefligsaures Blei, die dritte Rhodan-blei oder Rhodankupfer enthält. Die erstere Klasse ist wegenihrer grossen Gefährlichkeit in der Fabrikation von vornhereinzu verwerfen; die beiden andern ziehen leicht Feuchtigkeit an,