Kanäle.
Allgemeines.
Je nach ihrem Fassungsvermögen unterscheidet man dieKanäle in Zungen-, Zweig- und Haupt-Kanäle, wodurchihre Gröfse bestimmt wird.
Die Form des Querschnitts ist sehr verschieden; die nach-stehenden Figuren 20 bis 33 stellen die am häufigsten ausge-führten Formen von Kanälen dar.
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Bisher wurden Kanäle sowie Durchlässe bei Chausseen,Eisenbahnen und Deichbauten von Mauer- oder Bruchsteinenausseführt. In neuerer Zeit werden diese von Cement-Mör-
O
tel oder Cement-Beton entweder:
gleich an Ort und Stelle oderin besonderer Form auf Werkplätzengemeiniglich in kreisrunder, Ei- oder elliptischer Form dar-gestellt und seit mehreren Jahren vielfach zu Wasserleitun-gen angewendet. Sie zeichnen sich durch gröfsere Billigkeit,durch leichtere und schnellere Herstellung gegen die gewöhn-liche Art der Ausführung aus und gewähren eine fast unbe- !gränzte Dauer, da sie, je älter, je unverwüstlicher werdenund fast keiner Reparatur, wie die von Bruch- und Mauer-steinen gefertigten Kanäle, bedürfen.
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Die Anfertigung der Kanäle gleich an Ort und Stelle.
Sie geschieht in ähnlicher Weise wie die auf Seite 38 be-schriebene Anfertigung der Röhren.
Bei einem nur geringen Querschnitt von 12 Zoll lichtemDurchmesser, nach Fig. 8 oder 9 Bl. 11, kann man sich noch
eines vollen Kerns von etwa 3—4 Fufs Länge bedienen.Nachdem in der nach dem Gefälle regulirten und festgestampf-ten Sohle des Grabens Beton bis zum Beginn der innerenKreisform des Kanals auf eine Länge von 3 — 4 Fufs gehörigausgebreitet und gestampft worden, wird der Kern auf dieserBetonschicht und zwar durch die beiden Endscheiben eingelegtund um den Kern dann der Cement-Mörtel in der Stärke derW 7 andung angedrückt. Nach Vollendung des Kanalstücks wirdder Keim behutsam herausgedreht und fortgefahren, wie be-reits auf Seite 38 beschrieben.
Bei gröfserem Querschnitt eines Kanals ist ein vollerKern nicht mehr verwendbar; auch würde das Herausdrehendesselben nach Vollendung des Kanalstücks zu beschwerlichund bei andern als kreisrunden Querschnitten auch dies nichtmehr möglich sein. In diesen Fällen bedient man sich einerForm aus zwei Endscheiben bestehend, mit Latten oder schma-len Brettstücken darüber benagelt und mit Ausziehlatten, wiebereits auf Seite 39 und 40 beschrieben, oder mit eingelegtenKeilen zwischen jeder, der in der Mitte getrennten Endscheiben.
Wo die Gröfse und Form des Querschnittes eines Kanalses gestattet und die Verhältnisse der Oertlichkeit es zulassen,ist diese Art der Anfertigung in vieler Beziehung vortheilhaft,indem man ohne viele Zurüstungen einen Kanal in beliebigerLänge darstellen kann und den Transport der in Formen dar-gestellten Kanalstücke, sowie die Kosten der Verlegung undVerbindung derselben erspart. Durchlässe und kleine Brückenlassen sich bei Anlage von Chausseen, Eisenbahnen und Deichen,gleich an Ort und Stelle in folgender Weise aus Beton vor-theilhaft herstellen *).
Bei festem Erdreich werden die Widerlager nn in nach-stehender Figur 34 ausgegraben und mit Beton sodann aus-
Fig. 34.
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gestampft. Der zwischen diesen Widerlagern nun befindlicheErdkörper x wird oberhalb nach der zu gebenden Bogenformab c glatt abgerundet und dient nun als Lehrbogen, auf wel-chem der Beton-Mörtel zur Bildung des Gewölbes ausgebrei-tet, gestampft und nachher mit Erde überdeckt wird.
Nach etwa 4 Wochen gräbt man den Erdkörper x bisan die Linie o p Fig. 35 rein aus.
Wenn das Wasser unter dem Durchlässe nicht nur ste-hen, sondern auch durchfliefsen soll, kann man nach Fig. 35,je nach Erfordernifs, die Sohle des Durchlasses mit Beton5 bis 8 Zoll stark ausstampfen, und wenn Unterwaschungen
*) Praktische Anleitung zum Betonbau von Job. von Mihalik. Wien 1859S. 181.
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