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Bericht über die Ausstellung wissenschaftlicher Apparate im South Kensington Museum zu London 1876 : zugleich vollständiger und beschreibender Katalog der Ausstellung / zusammengestellt von Rudolf Biedermann
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VII.-MUSIKALISCHE INSTRUMENTE.

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des Anschlages und es ist der genaue Vortrag durch die Hämmer gesichert,wenn sie im Anschlag gehalten werden. Thomas Molineux, London .

953. Schräg besaitetes aufrechtes Pianoforte. Das erste dernun allgemein angenommenen Instrumente, Patent von Robert Wornum,von der Firma Wilkinson & Wornum, vom Jahre 1811.

Wornum & Sons, London .

Die grosse Fabrik, in Oxford Street, in welcher dieses Instrument ausgefülirtwurde, ist in einer Zeichnung auf dem Deckel zu sehen. Diese Fabrik brannteim October 1812 nieder, und die Gesellschaft löste sich dann auf. Im folgendenJahre machte dann Robert IVornum das erste gelungene Cottage Pianoforte, mitQerticaler Besaitung, welchem er den Namen 1 Harmonisches Pianoforte gab. Erstellte dies durch gänzliches Aufgeben der gebräuchlichen Messing-Drähte, undAnnahme der dicht übersponnenen kupferbedeckten Saiten statt jener her.

954. Modell der elastischen Stimmvorrichtung bei dem PiccoloPianoforte, Patent von Robert AVornum im Jahre 1826.

Wornum <£- Sons, London ,

Der Mechanismus dieses Pianofortes ist noch sehr allgemein in Frankreich undDeutschland sowohl wie in England in Anwendung.

955. Modell von Robert Wornums Methode den Hammer beiseinem Niederschlagen zurückzuwerfen, für horizontale, grosse und tafel-förmige Pianofortes; patentirtim Jahre 1842. Wornum & Sons, London .

Dieses Werk verringert erheblich die Kosten der Herstellung. Die gewöhnlichen1\ erke sind zum Aufwärtsschlagen.

956. Modell von Alfred Nicholson Wornums neuem Patent-

Werk für grosse Pianofortes (1875), in welchen die Hammerköpfe umge-kehrt sind. Wornum & Sons, London .

Nach dieser Erfindung können im Yei'hältniss zu den äusseren Dimensionendes Pianoforte längere Saiten genommen werden, als bei einem Instrument vongewöhnlicher Construction.

957. Modell einer alten grossen hydraulischen Orgel, nach Hrn.

Chappells Beschreibung des Instruments. Dr. Stone, London .

958. Marimba oder Balafo, vom süd-östlichen Afrika . Neu.

Geschenk von Capitain T. Stuart. South Kensington Museum .

Dieses Instrument hat zwölf Tafeln aus einem tönenden Holze, unter welchen,mit Hülfe eines dunkeln Kittes, zwölf Kürbisflaschen befestigt sind, um den Klangzu verstärken. Zu jeder Kürbisflasche sind zwei Löcher, eins oben, das andere ander Seite, welches letztere zur Erhöhung des Tones mit einer feinen Membraneüberspannt ist. Mehrere Africa-Reisende haben dieses eigenthümliche Instrumentbemerkt. Du Chaillu sagt, dass die zarten Membrane aus der Haut einer Spinnebestehen. Livingstone erwähnt, dass Spinnengewebe von einigen^ südafricanischenStämmen zu ähnlichen Zwecken benutzt werden. Die Marimba ist sowohl bei denNegern als auch bei den Kaffern ein beliebtes Instrument.

959. Glas-Harmonika, modern ; angefertigt von E. Pohl in

Böhmen . South Kensington Museum .

Die Glas-IIarmonika besteht aus einer Reihe Glasglocken, welche in regelmässigerGrünung an einer eisernen Welle in einem horizontalen Kasten ruhend, befestigt

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