Der Werksatz im allgemeinen.
werden, so müßte man in diesem Fall öeonomischer mit dem Raum umgehen und dieZwischenschläge zwischen den Linien und Zeilen könnten sämmtlich je nach Verhältniß umeinige Punkte verringert werden. Unser zweites Beispiel wird dies verdeutlichen.
Diese Angaben beziehen sich, wie bereits mehrfach angedeutet, nur auf Titelgruppen, dieinmitten des fortlaufenden Textes oder als Anfangscolumnen vorkommen. Für Haupt- undSchmutztitel (resp. Abtheilungstitel) behalten wir uns später noch speciellere Angaben vor,bemerken aber schon hier, daß der Titelsatz sich überhaupt an keine festen Regeln binden läßt.Es sind dabei so verschiedenartige Factoren maßgebend bezüglich des Formats, der Schriftgattung,des Zweckes, den der Autor oder Verleger verfolgt, und schließlich bezüglich der Mittel, die einerDruckerei zur Verfügung stehen, daß man der Geschicklichkeit des Setzers und seinem guten Ge-schmack unbedingt freie Hand lassen muß.
Obschon wir glauben, mit der in vorstehenden Zeilen enthaltenen Aufzählung der wichtigstenBedingungen zur Einrichtung eines Werkes nach der in der Praxis üblichen Methode gewissenhaftverfahren zu sein, erübrigt uns noch, einiger wesentlichen Bestandtheile einer Columne Erwähnungzu thun, welche wir bisher unberücksichtigt gelassen haben, um den fachgemäßen Verlauf desGanzen nicht zu stören. Wir meinen damit die Norm und Signatur, die Noten,Anmerkungen, Marginalien, die Druckfirma und den Unterschlag, welch letzterenjede einzelne Columne erhalten muß, um einen Schutz zu haben gegen das Verschieben oderUmfallen der Zeilen und Buchstaben. Der Zweck des Unterschlags ist daher nur das Festhaltender Schrift, und läßt sich darüber nichts weiter sagen, als daß man denselben am gebräuch-lichsten aus Cieeroquadraten oder Ciceroregletten bildet. Selbstverständlich kann auch jede andereQuadratenstärke zum Unterschlag verwendet werden.
Die Norm ist einfach der abgekürzte Titel des betreffenden Buches, steht am äußerstenlinker: Ende der ersten Seite eines Bogens und wird in der Regel zwei Grade kleinere Schriftals der Text, während die Signatur allein, oder in derselbei: Linie mit der Norm, auf die rechteSeite zu stehen kommt, gewöhnlich nur einen Grad kleiner als die Textschrift wird und diejedesmalige Bogenzahl bezeichnet. Beide, Norm und Signatur, Verfolger: den hauptsächlichenZweck, Verwechslungen vorzubeugen, welche schon in der Druckerei während des Druckes oder inder Bücherstube beim Zusammentragen der einzelnen Bogen, dem sogenannten Lagenmachen,vorkommen können. Dann aber geben Norm und Signatur dem Buchbinder einer: nothwendigenAnhaltspunkt beim Falzen der Bogen, weil stets die Normcolurnne die erste Bogenseite undmithin immer oben auf sein muß, während die dritte Seite des Bogens, dieselbe Signatur miteinem Sternchen enthaltend, als zweites Blatt dicht hinter dem ersten stehen muß. Man nenntdaher auch diejenige Bogenseite, auf welcher sich die erste Columne mit Norm und Signaturoder blos mit der letzteren befindet, wenn keine Norm zur Anwendung kommt „die Prime, dieerste oder äußere Form" die innere Bogenseite aber, welche die dritte Columne mit Signaturund Sternchen enthält „die Sekunde, die zweite oder innere Form".
Die Norm enthält für gewöhnlich nur den Verfassernamen, das Schlagwort des Titelsund bei mehrbändigen Werken noch die specielle Bezeichnung des Bandes, die mit einer römischen
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