Band 
Erster Band: Vom Satz.
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Der Satz von Catalogen.

mit unsrer deutschen Schrift, der Fraktur, sich gewöhnlich nur schwer zurechtfinden können, dieAntiqua für alle solche Fälle unerläßlich, wo über die Grenzen des deutschen Sprachgebiets undDänemarks hinaus gewirkt werden soll. Eine Ausnahme wird bedingt durch die Forderung derBibliographie, die Schriftgattung, aus welcher ein Buch hergestellt ist, gleich durch die Schrift-gattung des Titels anzudeuten, ohne genöthigt zu sein, eine bezügliche besondere Notiz beizusetzen;in antiquarischen und Auctionscatalogen aber kann man sich in den seltenen Fällen, wo einebesondere Angabe hierüber nöthig ist, durch ausdrücklichen Hinweis helfen.

Der Grad der Schrift soll weder übermäßig groß, noch zu klein genommen werden; mangeht in der Regel nicht über Borgis hinauf, nicht unter Petit hinunter.

Cataloge bestehen aus lauter einzelnen Absätzen (Titeln), welche im Druck gehörig getrennterscheinen müssen. Diese Unterscheidung läßt sich dadurch erreichen, daß man die Anfangszeilejedes Titels etwas einrückt, die zweite und etwa folgende Zeilen desselben Titels aber vorn amRande der Seite beginnen läßt. Zweckmäßiger und daher fast allgemein gebräuchlich ist es, dieerste Zeile am Rande beginnen zu lassen und die zweite oder die folgenden Zeilen etwa um dieBreite eines Geviertes einzunicken.

Ein vortreffliches Mittel, die Titelabschnitte hervorzuheben, ist für splendider zu haltendeCataloge die Anbringung eines mäßigen Durchschusses zwischen den einzelnen Titeln. (Durchschußzwischen den einzelnen Zeilen hebt die beabsichtigte Wirkung zum großen Theile auf und ist umso weniger zu empfehlen, weil sich derselbe Zweck fast in gleicher Weise, durch höheren Kegel derverwendeten Schrift erreichen läßt.) Außer in vorliegendem Falle ist übrigens aller Durchschußzu vermeiden. Man trifft nicht selten eine oder zwei Zeilen auf der Seite, vielleicht gar zwischenden zusammengehörenden Zeilen eines Titels gesperrt, etwa weil der Setzer spätere Einschaltungenund dadurch veranlaßtes Umbrechen gefürchtet hat; dies ist mit den Anforderungen an gutenCatalogsatz nicht zu vereinbaren.

Ein weiteres Mittel zur Hervorhebung der einzelnen Titel ist die Auszeichnung des erstenWortes (Stichwortes) durch eine mehr hervortretende Schrift. Für Antiqua bietet sich außer derentsprechenden Cursiv, die ja übrigens wenig hervorsticht, das Durchschießen des Stichworts oder,als das Vorzüglichste, die Verwendung einer fetteren Schrift. Die eigentlichen fetten Antiqua-schriften sind nur mit verständiger Auswahl zu gebrauchen; sie treten, besonders was die sog.halbfetten anlangt, nicht immer im gewünschten Maaße hervor. Am Vortheilhaftesten nimmtsich eine mit der Textschrift eorrespondirende Egyptienne aus; wenn diese proportionirt gehaltenund besonders nicht zu sehr in die Breite gezogen oder gedrückt ist, entspricht sie allen hier zustellenden Anforderungen. Die Verwendung der Capitälchen für fraglichen Zweck, ursprünglichfranzösischer Geschmack, empfiehlt sich weniger; sie treten nicht besonders hervor, machen auch oftin Bezug auf die Diphthongen Schwierigkeiten. Für etwaige Frakturtitel ist Durchschießender Stichwörter das am meisten zu Empfehlende; auch halbfette und fette Frakturschriften, sowiegothische Schriften kommen zur Anwendung. Es kommen Fälle vor, wo ein Titel mehrereStichwörter (Namen mehrerer Verfasser) hat oder wo mehrere Titel in einen zusammengefaßtsind, deren jeder sein besonderes Stichwort hat. Hier empfiehlt es sich, für das zweite und