Die Aegypter. Arithmetisches.
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Mund sich fortpllanzten, sei es sogar, dass man sie niederschrieb.Steht es doch fest, dass die Aufbewahrung vererbten Wissens, dassdas Sammeln von Bücherrollen zu den Sitten der ältesten Dynastiengehört haben muss, wenn bereits am Anfänge der VI. Dynastie eigeneBeamten ernannt wurden, deren Titel „Verwalter des Bücherhauses“in ihren Grabschriften sich erhalten hat 1 ). Ein Jahrtausend etwaüberspringend nennen wir aus der XII. Dynastie Ainenemhat III.,einen Fürsten von 42jähriger wohlbeglaubigter Regierung, wennauch ihre Datirung weniger gesichert ist als ihre Dauer 2 ). Er warder Erbauer des grossartigen Tempelpalastes unweit vom Mörissee,aus dessen Namen Lope-ro-hunt = Tempel am Eingang zum See dasWort Labyrinth entstand. Man hat für Ameuemhatlll. verschiedene Bei-namen in Anspruch genommen 3 ), nämlich Petesuchet = Gabe der Suchet,Aasuchet = Sprössling der Suchet und Sasuchet = Sohn der Suchet.Wäre diese Annahme gesichert , so könnte man in ihm die Persön-lichkeiten erkennen, welche unter verwandten Namen bei mehrerenSchriftstellern auftretend bei anderen Aegyptologen als unserem Ge-währsmanne nicht verschmolzen zu werden pflegten. Amenemhat III. wäre alsdann der Gesetzgeber Asychis des Herodot 4 ), der KönigPetesuchis, der das Labyrinth erbaute, des Plinius 5 ), endlich derdurch Verstand hervorragende König Sasyches, der die Geometrieerfand, des Diodor 3 ). Bereits während der XII. Dynastie begannenvon Osten über die Landenge von Suez her die Einfälle plünderungs-süchtiger Wüstenstämme, welche sich selbst als Shus, Shasu = Räuberbezeichneten. Aber 200 Jahre und mehr waren nöthig bis Asses,ein Hik-Shus, d. h. ein Fürst jener Räuber die XV. ägyptische Dy-nastie stürzen und sich an deren Stelle setzen konnte. Die zweifolgenden Dynastien gehören gewissermassen den Hiksoskönigen an,wie man in Nachbildung jenes eben erläuterten Titels zu sagen sichgewöhnt hat, und erst mit Ahmes, dem Gründer der XVIII. Dynastieum 1700, gelang es einem Sohne uralter ägyptischer Abstammung dieEindringlinge zu vertreiben. Unter den Hiksoskönigen war es, dassdas mathematische Handbuch niedergeschrieben wurde, zu dessengenauer Inhaltsangabe wir uns nun wenden müssen.
Die Anfangsworte lauten 7 ): „Vorschrift zu gelangen zur Kenntnissaller dunklen Dinge .... aller Geheimnisse, welche enthalten sindin den Gegenständen. Verfasst wurde dieses Buch im Jahre 33,Mesori Tag . . unter dem König von Ober- und Unterägypten Ra-ä-us
') Haspero-Pietschmann S. 74. 2 ) Xach Lepsius regierte Amenem-hat III. von 2-221 bis 2179; nach Lauth dagegen (vergl. dessen Aufsatz „Dergeometrische Papyrus“ in der Beilage zur Allgemeinen Zeitung vom 20. Sep-tember 1877,Nro.263) von 2425bis2383. 3 )Vergl.Lauth 1. e. Seine Gründe hängenmit seinen chronologischen Annahmen auf’s Engste zusammen. 4 ) Herodot II ,136. 5 ) Plinius , Ilistor. natur. XXXVI, 13. f ’) Diodor I, 94. '•) Eisenlohr,Papyrus S. 27—29.