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Kapitel I.
denen wir uns glücklicherweise nicht aufzuhalten brauchen, da die-jenigen Schriftstücke, von denen allein die liede sein muss, theilsin Hieroglyphen an verschiedenen noch zu nennenden Tempelwänden,theils in hieratischer Schrift — so besonders das bisher besprocheneWerk des Ahmes — erhalten sind.
Die Richtung der Schrift ist bei Hieroglyphen wechselnd.Man pflegte nämlich auf die Richtung, in welcher der Lesende vor-überschreitend gedacht war, Rücksicht zu nehmen, und so musstebei Inschriften auf zwei Parallelwänden nothwendigerweise auf derWand zur Rechten des Hindurchgehenden die Schrift von rechtsnach links fortschreiten, auf der anderen Wand von links nach rechts.Sämmtliche Hieroglyphen kommen daher bald in einer Form vor,bald in der durch Spiegelung aus jener entstehenden zweiten Form.Man hat sich gewöhnt bei der Wiedergabe der Hieroglyphen imDrucke stets die Form anzuwenden, welche dem Lesen von linksnach rechts entspricht. Die hieratische Schrift dagegen führt immervon rechts nach links.')
Sollten in hieroglyphischen Inschriften Zahlen dargestellt werden,so standen dazu verschiedene Mittel zu Gebote. 2 ) Haid wiederholteman das zu Zählende, wie z. B. in einer Inschrift von Karnak, wo„0 Götter“ in der Weise geschrieben ist, dass das Zeichen für Gottneunfach nebeneinander abgebildet ist. Bald schrieb man die Zahl-wörter alphabetisch aus, ein höchst wichtiges Vorkommen, da hierausdie Kenntniss des Wortlautes wenigstens in einigen Fällen zu ge-winnen war, wozu alsdann Ergänzungen theils aus der Benutzungvon Zahlzeichen in Silbenbedeutung, theils aus der koptischenSprache u. s. w. kamen, so dass man gegenwärtig über eine ziem-liche Menge von ägyptischen Zahlwörtern verfügt. 3 ) Bei weitem amhäufigsten gebrauchten aber die Aegypter bestimmte Zahlzeichen,denen der Franzose Jomard schon während der ägyptischen Expe-dition 1799 auf die Spur kam, und die er 1812 bekannt machte. Siestammen meistens aus dem sogenannten „Grabe der Zahlen“, dasChampollion unweit der Pyramiden von Gizeh auffand, und in welchemdem reichen Besitzer seine lleerden mit Angabe der einzelnen Thier-
gattungen vorgezählt werden, als 834 Ochsen, 220 Kühe, 3234 Ziegen,760 Esel, 974 Schaafe.
Die Zeichen sind ihrer Bedeutung nach 1 (|), 10^|f])J> 109 (©), 10000 (J auch ein Zeichen für 100000Million (VftA sogar für 10 Million (q) ist bekannt geworden. 1 )