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ragender geschichtlicher Wichtigkeit ist, dass sie einer besonderenErörterung bedarf.
Demokrit sagt’; nämlich um das Jahr 420: „Im Construirenvon Linien nach Maassgabe der aus den Voraussetzungen zu ziehen-den Schlüsse hat mich Keiner je übertroffen, selbst nicht die soge-nannten Harpedonapten der Aegypter.“
Dass Harpedonapten ein griechisches Wort mit der BedeutungSeilspanner sei, ist merkwürdigerweise von dem Verfasser des bestengriechischen Wörterbuches übersehen worden. 2 ) Allein auch dierichtige Uebersetzung reicht zum Verstehen jenes Satzes nicht aus,wenn man nicht weiss, wer jene Seilspanner waren, denen Demokrit in seinem ruhmredigen Vergleiche ein hochehrendes Zeuguiss geo-metrischer Gewandtheit ausstellt, und worin ihre Obliegenheiten be-standen. Beides ist bis zu einem gewissen Grade aus ägyptischenTempelinschriften zu erkennen, welche von geschätzten Aegyptologenveröffentlicht worden sind. 3 ) Die Tempel mussten in gleicherweisewie die Pyramiden orientirt werden, und die ltichtung nach Norden,deutlicher ausgedrückt nach dem Eintrittspunkte des Siebengestirnesum eine gegebene Zeit wurde beobachtuugsweise festgestellt. „Ichhabe gefasst den Holzpflock (nebi) und den Stil des Schlägels (sctncs),ich halte den Strick ( %a ) gemeinschaftlich mit der Göttin Snfcch.Mein Blick folgt dem Gauge der Gestirne. Wenn mein Auge an demSternbilde des grossen Bären angekommen ist und erfüllt ist dermir bestimmte Zeitabschnitt der Zahl der Uhr, so stelle ich auf dieEckpunkte Deines Gotteshauses/* Das sind die Worte, unter denender König auf den Inschriften der Tempel die genannte Handlungvollzieht. Er schlägt mit der in seiner rechten Hand befindlichenKeule einen langen Pflock in den Erdboden und ein Gleiches tliutihm gegenüber Safcch die Bibliotheksgöttin, die Herrin der Grund-steinlegung. Es ist klar, dass die diese beiden Pflöcke verbindendeGrade die Richtung nach Norden, den Meridian des Tempels, be-
') Clemens Alexandrinus , Stromata ed. Potter I, 357: ygaufiimvavv&eaiog fifzä änoSei^iog ovilst? xta fie jrae?)H«|tv, ovS’ ol AlyvnzCmvxaÄeo/ievoi 'AgTrs&ovdzczcet. 2 ) Cantor, Gräkoindische Studien (Zeitschr.Math. Phys. Bd. XXII. Jahrgang 1877. Histor. literar. Abtheilung S. 18und Note 68). 3 ) Brugsch, Ueber Bau und Maasse des Tempels vonKdfu (Zeitschr. f. ägypt. Spr. u. Alterth. Bd. VIII) und hieroglyphisch-demotisches Wörterbuch S. 327 und 967. An letzterer Stelle ist übrigensnur bemerkt, dass das ägyptische hunu — Feldmesser, Geometer sei. Voneinem Seilspannen oder gar von einer Erinnerung an das griechischedgntSovdnzai ist dabei keine Rede. Ferner vergl. Dümichen in derZeitschr. f. ägypt. Spr. u. Alterth. Bd. VIII und besonders dessen umfang-reiche Schrift: Baugeschichte des Denderatempels und Beschreibung der einzelnenTheile des Bauwerkes nach den an seinen Mauern befindlichen Inschriften.Strassburg , 1877.