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Kapitel 111.
Clialdiia vor. Und ein zweites Volk kam ebendahin. 1 ) Es war gleich-falls im Osten, aber weiter südlich aufgebrochen. Es kam der Ueber-lieferung gemäss aus dem Lande Kusch, welches man in Baktrien zusuchen hat. Es führte demnach den Namen der Kuschiten und hatauf seinem Wege diesen Namen auf das Gebirge des Hindukusch über-tragen, welches das Hochland von Iran , wo wir die Turanier Nieder-lassungen gründend fanden, von den Ebenen der Bucharei trennt.Die Sumerier sprachen eine jener sogenannten agglutinativen Sprachen,in welchen alle möglichen Beziehungen vermittelst neuer Bestandtheilebezeichnet werden, die sich mit den Wurzeln nie verschmelzen, alsonie das hervorbringen, was man Beugung zu nennen pflegt. DieSprache der Kuschiten dagegen war dem Hebräischen und Arabischensehr nahe verwandt, sie war eine semitische Sprache, und die Meistennehmen auch geradezu an, Semiten und Kuschiten seien nur zwei zuverschiedenen Zeiträumen zur Gesittung gelangte Tlieile ein undderselben Kasse.
Die erste liegegnung von Sumeriern und Kuschiten auf chaldäi-schem Boden gehört in die vorgeschichtliche Zeit, ein Wort, dessenGeltungsgebiet gegen früher weit zurückverlegt ist, seitdem die Ent-zitferungskunde alter Denkmäler gestattet hat, selbst als mythischgeltende Zustände und Ereignisse näher zu beleuchten. Aber so weitman auch die Ziele der Geschichtswissenschaften stecken mag, siereichen nicht weiter als schriftliche Aufzeichnung, und solche sinduns in Chaldäa nur aus der Zeit der erfolgten Vereinigung jenerVolkselemente erhalten, geben über die Vereinigung selbst keinenAufschluss. Dagegen wissen wir aus einheimischen und fremdenschriftlichen Denkmälern Mancherlei über die Schicksale des Misch-volkes. Sein staatlicher Verband blieb keineswegs unverändert, Haupt-städte und Fürstengeschlechter wechselten. Auf Ninive folgte Babylon ,auf dieses wieder Ninive als Herrschersitz. Das altassyrische, dasbabylonische, das zweite assyrische Reich lösten einander iii geschicht-licher Bedeutung ab, in bald siegreichen, bald ungünstig verlaufendenKämpfen unter einander und mit den Nachbarvölkern, den Hebräern,den Phönikern, den Ägyptern, bis endlich das Perserreich Alles ver-schlang.
Wir haben einheimische Schriftdenkmäler erwähnt. Deren Schriftwar, wie man annimmt, ursprünglich eine Bilderschrift, welche abervermöge der gewählten Unterlage eine eigenthümliclie Umbildung er-fuhr. In Aegypten rundeten sich die hieroglyphisclien Bilder, mitdem Schreibrohre auf Papyrus übertragen, allmälig ab. In Chaldäadagegen ritzte man die Schriftzüge mittels eines Griffels in einegleichviel wie zur nachträglichen Erhärtung gebrachte Thonmasse ein,
’) Maspero-Pietschmann S. 141 flgg.