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Erster Band. Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1200 n. Chr.
Entstehung
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Kapitel III.

. andeutet, wie viele Hundert gemeint sind. Die Vermuthung wird da-durch sehr nahe gelegt, es sei in Folge dieses multiplicativen Ge-dankens, dass 1000 durch Vereinigung des Winkelhakens, des Ver-tikal- und Horizontalkeils <T>- als 10 mal 100 dargestellt werde.Aber dieses 1000 wird dann selbst wieder als neue Einheit benutzt,welche kleinere multiplicireude Coefficienten links vor sich nimmt.Gemäss der Deutung unserer Assyriologen kamen sogar „ein maltausend“ vor, d. h. multiplicatives Vorsetzen eines einzelnen Vertikal-keils links von dem Zeichen für 1000, und jedenfalls erscheint 10mal1000 als die gesicherte Bedeutung von «f»-, welches man nichtetwa 20mal 100, d. i. 2000 lesen darf. Vielfache von 10 000 werdenals Tausender bezeichnet, mithin 30 000 als 30mal 1000, 100000 alslOOmal 1000, indem 30, beziehungsweise 100 links von 1000 ge-schrieben sind. Eine höchst bedeutsame Thatsache tritt dabei zuTage, diejenige nämlich, dass die Babylonier das Bewusstsein derEinheiten verschiedener dekadischer Ordnungen in viel höherem Maassehatten, als ihre Bezeichnungsweise der Zehntausender vermuthen lässt.Wer besondere Zeichen für 10 000, für 100 000 zur Verfügung hat,wird natürlich 127 000 in 100 000 + 2-10 000 + 7 • 1000 zerlegen,von den Babyloniern dagegen, denen solche besondere Zeichen fehlten,wäre mit höherer Wahrscheinlichkeit ein Anschreiben in der Form127 • 1000 zu erwarten. Nichts desto weniger bedienten sie sich jenerfür sie viel umständlicheren, aber mathematisch durchsichtigerenSchreibweise. Wenigstens ist 36 000 in der Form 30 • 1000 + 6 • 1000wahrscheinlich gemacht und 120 000 in der Form 100 • 1000 + 20 • 1000sicher gestellt. Bis zur Million scheint die Zahlenschreibung derKeilschrift sich nicht erstreckt zu haben; zum Mindesten sind keineBeispiele davon bekannt.')

Von Brüchen ist eine Bezeichung der verschiedenen Sechstelalso ■jr nachgewiesen worden, deren Entstehung nicht

ersichtlich ist. 2 ) Von den wichtigen Sexagesimalbriichen müssen wirnachher in anderem Zusammenhänge reden.

Wir haben soeben gesagt, die Million sei bisher noch nicht auf-gefunden worden. Müssen wir bei diesem Ausspruche das Wort„bisher“ besonders betonen, oder dürfen wir in der That eine solcheBeschränkung des Zahlbegriffes annehmenV Für die grosseMenge der Bevölkerung scheint uns die letztere Annahme nicht blosskeine Schwierigkeit zu haben, sondern allgemein verbreitete Noth-

') Menant, Expose des elements de la grammaire assyriennc. Paris , 1868,pag. 81: Les inscriptions ne nous ont pas donne, jusqu’ ici du moins, de nombresuperieur aux centuines de viille; le signe qui represente un million nous estencore inconnu. *) Oppert, Etalon des mesures assyriennes. Paris , 1875,pag. 35.