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Erster Band. Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1200 n. Chr.
Entstehung
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160
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IGO

Kapitel VIII.

wolil eng damit verbunden, sei es als Ursache, sei es als Folge, dass,wie uns berichtet wird, die Mathematik den Pythagoriiern als erstesund wichtigstes Lehrelement diente.') Damit ist aber nicht ausgeschlossen,dass auch andere Schriftsteller sich noch verdient machten. Hörenwir, wie das alte Mathematikerver/.eichniss f'ortfährt:

Nach ihm (dem Pythagoras ) lieferte der Ivlazomenier AnaxagorasVieles über Geometrie, ingleichen Oinopides von Cliios, der etwasjünger ist als Anaxagoras. Beider gedenkt Platon in den Nebenbulernals berühmter Geometer.

Anaxagoras von Klazomene 2 ) wurde vermuthlich 500 ge-boren und starb 72 Jahre alt 428. Er gehörte einem vornehmen undreichen Hause an, achtete aber aus Liebe zur Wissenschaft weder aufdie Verwaltung seines Vermögens, noch auf eine ihm leicht erring-bare politische Stellung. Seinen verwahrlosten Besitz soll er schliess-lich seinen Angehörigen überlassen, die Nichteinmengung in staat-liche Verhältnisse aber damit erklärt haben, dass ihm der HimmelVaterland und die Beobachtung der Gestirne seine Bestimmung sei.Um 4G4 etwa dürfte er nach Athen gekommen sein, wenn anders derBericht der Wahrheit entspricht, dass sein dortiger Aufenthalt30 Jahre gedauert habe. Er verliess nämlich diese Stadt um 434,wenige Jahre vor dem Beginne des peloponnesischen Krieges. Anaxa­ goras lehrte in Athen als einer der Ersten Philosophie, und unterseinen Schülern waren zwei Männer von verschieden begründetem,aber gleich hohem Ruhme: Euripides und Perikies. Perikies insbe-sondere blieb zu seinem Lehrer in fortwährend freundschaftlichemVerhältnisse, und als in der angegebenen Epoche, wenige Jahre vor431 die Gegner des grossen athenischen Staatsmannes ihrer Feind-schaft gegen ihn in Gestalt von Verfolgung seiner Freunde Luft zumachen begannen, war grade Anaxagoras eine zur Eröffnung desAngriffes geeignete Persönlichkeit. Lehren eines Philosophen zu ver-dächtigen, eines Denkers, welchen nicht Jeder aus dem grossenHaufen versteht, ist bei einigem guten Willen niemals unmöglich,und das musste Anaxagoras erfahren. Er wurde ins Gefängniss ge-bracht und entkam diesem, sowie der Stadt Athen, man weiss nichtgenau wie. Die Einen berichten von Flucht aus dem Gefängnisse,die Anderen von Verbannung, die Dritten von Freisprechung unddarauf folgendem nichterzwungenen Verlassen der ihm zuwider ge-wordenen Stadt. Sicher ist, dass Anaxagoras die letzte Zeit seinesLebens in Lampsakus zubrachte. Wir haben über den eigenen Bil-dungsgang des Anaxagoras Nichts gesagt. Die Nachrichten aus dem

') Iorphyriii8, De vita Pythagor. 47. Jamblichus , De plnlosophiaPytliagw. lib. III, abgedruckt bei Ausse de ViUoison, Aneedota Graeca. Vene­ dig , 1781, pag. 216. 2 ) Schaubach, Fragmcnta Anaxagorac. Leipzig , 1827.

Zeller I, 783791.