Die Mathematik der Chinesen.
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Zahl 60 in dem sechzigjärigen Cyklus, nur von ihr aus die 30 Speichenin dem Rade des Kaiserwagens in der Tcheou Dynastie, wie eine Ab-bildung sie zeigt.')
Leider ist der Tcheou pei die einzige mathematische Abhandlungder Chinesen, welche durchaus übersetzt uns vorliegt. Für alle übrigenSchriften sind wir gezwungen uns auf nothdiirftige Auszüge zu be-ziehen, von welchen nur einer eine halbwegs genügende Inhaltsanzeigedes Werkes liefert, aus welchem er stammt und zugleich das Alterdieses Werkes zweifellos angibt. Die anderen Berichte leiden meistensan Unklarheit und lassen es selbst fraglich erscheinen, welches Werkvon verschiedenen, die den gleichen Namen führen, eigentlich ge-meint sei?
Kieou tschang oder die neun Abschnitte war (S. 571) derTitel des ältesten arithmetischen Werkes. Kieou tschang swan su d.h. Arithmetische Regeln zu den neun Abschnitten schrieb alsdannetwa ein Jahrhundert vor der christlichen Zeitrechnung ein gewisserTschang tsang. Dieses Werk behauptet „die von denkaiserlichenHofmeistern unter der Dynastie Tcheou befolgten arithmetischenGrundsätze zu enthalten. Jedoch gibt es sich nicht für ein neuesOriginalwerk aus, sondern nur für eine revidirte und verbesserteAuflage eines viel älteren Buches, dessen Verfasser unbekannt ist.Das Werk hat bis heute mehrere neue Auflagen erlebt, ist jedochjetzt sehr selten geworden: es hat aber viele Commentatoren unternamhaften chinesichen Gelehrten gefunden .“ 2 ) Gegen Ende derDynastie Sung um 1240 schrieb Tsiu kiu tschau, welchen wir(S. 575) als den Schriftsteller nannten, bei welchem die sogenanntenwissenschaftlichen Ziffern zuerst erwähnt werden, sein su schu kieoutschang oder die neun Abschnitte der Zahlenkunst. Werke ähnlichenTitels von noch anderen Verfassern folgten vielfach. Wenn wir unsnun der chinesischen Rückverlegungen erinnern, welche dem Götzendes nationalen Eigendünkels mit persönlicher Bescheidenheit dasOpfer der eigenen Erfiuderfreude zu bringen verlangten und in diesemVerlangen offenbar nirgend auf Widerstand stiesseu; wenn uns dannein Auszug aus den neun Abschnitten gegeben, 3 ) aber mit keinerSilbe gesagt wird, welches von den vielen Werken, die diese Ueber-schrift tragen, zu Grunde gelegt sei, welchen geschichtlichen Werthkann das für uns haben? Doch wohl keinen anderen, als dass wirdem Auszuge das alte vielleicht auf Tschang tsang, vielleicht nochweiter hinauf zurückzuverfolgende Vorhandensein von neun Ab-schnitten glauben, ohne jedoch annehmen zu dürfen, diese Abschnittehätten von jeher dieselben 246 Aufgaben enthalten, oder es sei
') Tcheou ly 11, 488. 2 ) Wörtlich aus Biernatzki S. 67. 3 ) BiernatzkiS. 73-76.