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Zweiter Band. Von 1200-1668. Zweiter Teilband. Von 1550-1668.
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Geschichte der Mathematik. Klassikerausgaben.

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Im höchsten Grade verdienstlich war der 1621 in Paris heraus-gegebene und mit Anmerkungen versehene Abdrgck des griechischenTextes des Diophant , welchen Claude Gaspard Bachet deMeziriac 1 ) einer pariser Handschrift entnahm, die er mit zwei anderenund mit Xylanders Uebersetzung verglich. Bei dem schlechten Zu-stande der sämmtlichen gebrauchten Handschriften war die Arbeit desHerausgebers eine unsäglich mühevolle. Sie war überdies durch denUmstand erschwert, dass Bachet während der Arbeit in einem lang-wierigen Fieberzustande sich befand, dessen melancholische Ein-Wirkung er durch um so angestrengtere Thätigkeit zu bekämpfensuchte. Bachet (15871638) war neben seiner mathematischenThätigkeit auch in den schönen Wissenschaften heimisch und seit1635 Mitglied der französischen Akademie. 2 )

Claude Ilardy 3 ) (j 1678) war gleich Bachet nicht ausschliesslichMathematiker. Er war richterlicher Beamter am Chatelet zu Paris ,und ausserdem rühmt man ihm nach, er habe die Kenntniss von 36verschiedenen orientalischen Dialekten besessen. Er war mit My-dorge und Descartes, welche beide uns im LXXI. Kapitel zuerstwiederbegegnen werden, befreundet. Hardy hat um 1625 die erstegriechische Ausgabe der euklidischen Data mit lateinischer Uebersetzungund Erläuterungen besorgt. 4 )

Mancherlei Schriften griechischer Geometer hat Pierre Heri-gone 5 ) in einem Sammelwerke herausgegeben, welches zuerst 1634,dann 1644 sowohl in französischer als in lateinischer Sprache ge-druckt ist. Cours mathematique ist der Titel des im Ganzen sechs-bändigen Werkes, von welchem aber nur der erste Band jene altenSchriften enthält: die Elemente und Daten Euklids und solche Wie-derherstellungen von Abhandlungen des Apollonius , welche Yieta,Snellius, Ghetaldi geliefert hatten. Als eigene Zuthat Herigonesist eine Zeichensprache hervorzuheben, deren er 'sich, wenn auch nichtausnahmslos, bediente. Als Gleichheitszeichen benutzt er 2 2.Ist dagegen eine 3 durch einen Vertikalstrich von einer 2 getrennt,so ist dadurch Ungleichheit angezeigt, und zwar steht das Grössereauf Seiten der 3. Ist also eine Strecke a grösser als eine solche b,so kann man entweder durch «32 b oder nach Belieben auch durchb 2 3 a dieses zur Anschauung bringen. Ein Verhältniss wird durchn als Anfangsbuchstabe von Proportion bezeichnet. Mithin hat4*6 2 2 10*15 bei Herigone die Bedeutung: 4 verhalte sich zu 6wie 10 zu 15.

Die euklidischen Porismen fanden einen Wiederhersteller in

*) Kästner III, 152162. Nesselmann, Die Algebra der Griechen

S. 281282. 2 ) Nouvelle Biographie universelle III, 6263. 3 ) Ebenda

XXIII, 370371. J j Kästner III, 182. 5 ) Ebenda II, 4650.