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Zweiter Band. Von 1200-1668. Zweiter Teilband. Von 1550-1668.
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609
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Geometrie.

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Erstlingsschrift Mysterium cosmoyraphicum (15961 entstanden, undihr gehört eine erste hier zu erwähnende Stelle an,') in welcher einSternvierzigeck gezeichnet ist. Wir haben wiederholt von Sternviel-ecken zu reden gehabt, aber ein solches mit so viel Ecken ist unsuocli nirgend begegnet. Darin läge an sich indessen kein neuer Ge-danke, höchstens wäre die Kühnheit des Zeichners anzuerkennen;neu dem Gedanken nach ist es dagegen, dass Kepler die Eckpunktedieses Vielecks nicht so zählte, wie sie auf einer umschriebenenKreislinie nebeneinander auftraten, sondern in der Reihenfolge, inwelcher sie auf den einander durchkreuzenden Seiten erreicht werden,denn damit war das Wesen des Sternvielecks richtig erkannt. Daserwähnte Vierzigeck ist ein solches, bei welchem, nachdem der Um-kreis in 40 Theile getlieilt war, der zweite Punkt zum ersten die Lageeinnimmt, dass 12 Zwischenpunkte überschlagen werden, und ebensobei den folgenden Punkten. In der Harmonice mundi (1619) istKepler wiederholt auf Sternvielecke aber auch auf Sternvielflächnerzurückgekommen. Wir haben (S. 591) der in jenem Werke ent-haltenen Vielecksgleichung Bürgi’s gedenken müssen, aber neu sindin jeder Beziehung Keplers Sternvielflächner. Wenn auch Ja-mitzer (S. 536) Zeichnungen von Sternvielflächnern geliefert hat, soentstammten sie seiner künstlerischen Phantasie, Kepler dagegen hatsie, und zwar solche, die bei Jamitzer nicht Vorkommen, von mathe-matisch-astronomischem Gedankengange aus entstehen lassen.

Diesen geometrischen Erfindungen in astronomischen Schriftenstellen wir eine eigentlich geometrische Schrift gegenüber. HenrySavile 2 ) (1549—1622) hielt am Merton-College in Oxford , dessenVorsteher er war, Vorlesungen über griechische Geometrie, w T elche1621 im Drucke erschienen. Er stiftete überdies zwei Professuren,welche dazu dienen sollten, Oxfords Rang in Beziehung auf mathe-matische Wissenschaften zu erhöhen, welche seither weit mehr inCambridge gepflegt worden waren. Trotz der Savile’schen Professurenblieb indessen das Uebergewicht Cambridge’s erhalten. Savile selbstkam in seinen Vorlesungen, welche streng den Gang von Euklids Elementen einhielten, nicht über den 8. Satz des I. Bnches der Ele-mente hinaus, und die gedruckten Vorlesungen entsprechen voll-ständig den wirklich gehaltenen. Es waren volle 13 Vorlesungen,welche jenen allerersten Anfangsgründen eingeräumt waren, ein deut-licher Beweis dafür, dass in den Vorlesungen weit mehr Sprach-liches, Philosophisches, Geschichtliches als eigentliche Geometrie zurSprache kam.

') Günther, Vermischte Untersuchungen zur Geschichte der mathematischenWissenschaften S. 25—39. 2 ) Kästner I, 249 und III, 19—20. — I’oggen-

dorff II, 762. — Ball, llistory of mathematics at Cambridge pag. 29.