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Zweiter Band. Von 1200-1668. Zweiter Teilband. Von 1550-1668.
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611
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Geometrie.

Gll

Beim Sechseck will Girarcl 09 Formen unterschieden wissen: 7 ein-iliichige, J9 zweitlächige, 12 dreiflächige, 17 vierflächige, 4 fünfflächige,G sechsflächige, 3 siebenflächige, 1 achtflächige, wobei angenommenist, es gebe in der Figur keinen Punkt, der mehr als zwei Seiten ge-meinschaftlich wäre. Wie hier die Formen gleicher Flächenzahlunterschieden werden sollen, ist nicht ermittelt.

Johann Wilhelm Lauremberg 1 ) (1590—1G58) von Rostock ,ein Satyriker in mecklenburger Mundart, der neben der Poesie Mathe-matik trieb und dieselbe an der Ritterakademie zu Sora auf Seelandlehrte, schrieb verschiedene seinem Unterrichte zu Grunde zu legendeLehrbücher, auch ein solches über Gromatik, also Feldmesskunst.Der Verfasser ist auf dem Gebiete der Dichtkunst zu gut bekannt,als dass man ihn nicht auch in dieser Verirrung schonend nennenmüsste.

Daniel Schwenter 2 ) (1585—1636) von Nürnberg war von denorientalischen Sprachen ausgegangen, deren Vertreter an der AltdorferHochschule er schon 1608 wurde. Mathematische Studien trieb erdaneben für sich allein unter Benutzung der selbst minderwerthigenWerke von Wolfgang Schrnid und Augustin Hirschvogel(S. 412). Dann wurde Prätorius ihm Freund und Berather, undendlich wurde ihm 1628 neben der Professur der orientalischenSprachen auch diejenige der Mathematik in Altdorf übertragen.Schwenter selbst erzählt diesen seinen mathematischen Bildungsgangin der Vorrede zur Gcometria practica nova et aacta, welche erstmalig1625, dann mehrfach wiederholt im Drucke erschien. 3 ) Schwenterspraktische Geometrie erfreute sich, wie aus den rasch aufeinanderfolgenden Auflagen ersichtlich ist, einer Beliebtheit, welche ein Ein-gehen auf ihren Inhalt empfehlen müsste, selbst wenn wir nichts vonBedeutung ihr zu entnehmen hätten. Sie zerfällt in vier Traktate,deren jeder mit besonderer Pagination versehen ist. Der „Tractatusl,darinnen auss rechtem Fundament gewiesen wird; wie mau in derGeometria auff dem Papier und Lande, mit denen darzu gehörigenInstrumenten, als Zirckel, Richtscheid, Winckelhacken, etc. Ja zurnoth ohne dieselben verfahren und practiciren solle“ besteht aussieben Büchern. Schwenter lehrt darin die verschiedenartigsten theilsgenaue, theils nur angenäherte Konstruktionen, wie sie bei Dürer,bei Clavius u. s. w. sich finden, auch einige neue Verfahrungsweisen,

') Kästner III, 308—312. — Poggendorff I, 1386. — Allgem. deutscheBiographie XVIII, 58—59, Artikel von Erich Schmidt. 2 ) Kästner III.299 — 302. — Günther, Beiträge zur Erfindungsgeschichte der Kettenbrfiche(Weissenburg 1872) S. 7—11 und: Die mathematischen und Naturwissenschaften

an der ntirnbergischen Universität Altdorf (Separatabdruck aus dem III. Hefteder Mittheilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg) S. 25—27.

3 j Unsere Beschreibung stützt sich auf die 3. Auflage von 1011.