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Kapitel LXXX.
September hat sich erhalten, in welchem er dem früheren Gegner dasLob grössten Wissens in der Geometrie spendet. 1 ) Ob das wirklichernst gemeint, ob es höfliche Redewendung war, über welche Des-cartes als feiner Stylist in reichem Maasse verfügte, das ist hier,nebensächlich und braucht nicht untersucht zu werden. Verdientwar das Lob, auch wenn das engere Wort Geometrie durch das all-gemeinere: Mathematik ersetzt gewesen wäre. Verdient wäre dasgleiche Lob von Fermat in Bezug auf Descartes ausgesprochen worden.
Man kann über die persönliche schriftstellerische Liebenswürdig-keit von Fermat und Descartes, wenn wir dieses Ausdruckes uns be-dienen dürfen, abweichender Meinung sein; man kann Neigung undAbneigung zwischen Beiden ungleich vertheileu, und wir machenz. ß. kein Hehl daraus, dass uns Descartes immer eine wenig an-genehme Persönlichkeit gewesen ist, während Fermat uns stets sym-pathisch war, aber darüber muss Einstimmigkeit herrschen, dass inner-halb der Zeit, welche dieser letzte Abschnitt des Bandes behandelt,kein grösserer Mathematiker als Descartes und F’ermat gelebt hat.Vielseitigkeit und Grossartigkeit der Entdeckungen gehen bei ihnenHand in Hand, und synthetische wie analytische Geometrie , Zahlen-theorie wie Algebra, endlich und keineswegs am wenigsten die Lehrevon den Infiuitesimalbetrachtungeu müssen die Namen der grossenZeitgenossen mit dem Lorbeer wohlverdienten Ruhmes in ihrer Ge-schichte aufzeichnen. Ob auf dem einen Blatte, vielleicht dem der Al-gebra, Descartes, auf dem anderen, vielleicht dem der Infinitesimal-betrachtungen, jedenfalls dem der Zahlentheorie, Fermat obenan steht,das hat für die Gesammtwürdigung beider Geisteshelden keine Be-deutung.
Kapitel LXXX.
Roberval. Torricelli.
Unter den Gelehrten, deren Briefwechsel mit Descartes und mitFermat von uns erwähnt wurde, kam der Name Roberval wiederholtvor. Giles Persone, 2 ) latinisiert Personerius (1602 — 1675), istin einem Dorfe Roberval unweit von Beauvais im nordwestlichenFrankreich geboren und nahm von seinem Geburtsorte den BeinamenPersone de Roberval an, der allmälig in Roberval allein über-ging. Mit 25 Jahren kam er nach Paris , wurde bald Professor derPhilosophie am College St. Gervais daselbst und erhielt später diemathematische Professur am College Royal auf 3 Jahre, welche An-
') Je n’ai jamais connu personne, qni m'ait faxt paraitre qu’il süt tant quevous en geometrie. *) Montucla II, 49 — 51. — Poggendorff II, 665. —
Marie, Mistoire des Sciences mathcmatiques et physiques IV, 112.