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Zweiter Band. Von 1200-1668. Erster Teilband. Von 1200-1550.
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Johannes Widmann und die Anfänge einer deutschen Algebra.

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Kapitel LIV.

Johannes Widmann nml die Anfänge einer deutschen Algebra.

Vom Bamberger Rechenbuche gelangen wir zu einem anderen,welches sechs Jahre später in Leipzig gedruckt wurde uud seineAbhängigkeit von jenem dadurch erweist, dass viele Stellen wörtlichentlehnt sind. 1 ) Genannt ist die Quelle aber nicht, sondern als be-nutzt werden nur angegeben: 2 ) Johannes von Sacrobosco für daseigentliche Rechnen, Euklid , Campanus, Boethius , Jordauus für Pro-portionen, endlich Julius Frontinus für Feldmesserisches.

Diese genannten Quellen neben jener nicht genannten, abernachweislich benutzten, geben dem Werke ein besonderes Interesse.Sie lassen erwarten, dass von den beiden am Schlüsse des vorigenKapitels genannten Schulen ein sich mischender Einfluss vorhandensein müsse, der sich nachträglich werde erkennen lassen. Sie lassenvermuthen, dass der Verfasser zu den eigentlich gelehrten Kreisengehört habe, weil er sich nur auf solche Vorgänger beruft, derenNamen in solchen Kreisen einen vorzugsweise guten Klang hatten.Alles dieses bestätigt sich bei genauerem Berichte.

Johannes Widmaun von Eger 3 ) wurde 1480 im Winter-semester in die Matrikelliste der Universität Leipzig eingetragen undzwar als pauper, d. h. mit einem Armutszeugnisse. Andere Uui-versitätsakten theilen mit, dass Widmann 1482 Baecalaureus, 1485Magister unter Erlassung der Kosten wurde. Von da an lehrte ermutmasslich an der gleichen Hochschule, welcher er seine eigeneAusbildung verdankte, denn wenn auch nicht nacligewiesen werdenkann, dass Widmann eine leipziger Professur inne hatte, so hat sichdafür der "Wortlaut von Vorlesuugsanzeigen desselben erhalten. 4 )Geburts- und Todesjahr Widmanus kennen wir nicht. Das Werk,welches seinen Namen berühmt gemacht hat, heisst Behende undhübsche Rechnung auf allen kauffmannschafft gedruckt iu

') Unger S. 41. 2 ) Drobisch, De Joannis Widmanni Egerani compendioarithmeticae mercatorum (1840) pag. 21. 3 ) Das Verdienst Job. Widmann für dieGeschichte der Mathematik entdeckt zu haben, gehört Drobisch an. Vergl.die in Anmerkung 2 genannte Programmschrift zur Siikularfeier der Erfindungder Buchdruckerkunst. Wichtige Untersuchungen stellte später Fürst Bon-eompagni an in Bulletino Boncompagni IX, 188210 und Treutlein in derAbhandlung: Die deutsche Coss, Zeitschr. Math. Phys. XXIV Supplementheft,insbesondere S. G2 flgg., 110 flgg., 118 flgg. Zusammenstellungen bei Gerhardt,Math. Deutschi. S. 3036, Günther, Unterricht Mittela. S. 304 flgg., UngerS. 40 flgg. J ) Wappler, Zur Geschichte der deutschen Algebra im 15. Jahr-hundert. Zwickauer Gymnasialprogramm (1887) S. 10.

CantoR) Geschichte der Mathem. II

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