Deutsche Geometer. .Englische Mathematiker.
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die auf eineu Würfel angewandte Lehre von der Beleuchtungund vom Schatten werfen durch mehrfache Zeichnungen er-läutert , bei welchen der Stand der Sonne stets so gewählt ist, dasssie mit dem sehenden Auge auf der gleichen Seite des Würfels sichbefindet. Dazwischen ist kurz ausgesprochen und an einer schema-tischen Zeichnung’) (Figur 91) zur Anschauung gebracht, dass demAuge in einer Grösse erscheine, was zwischen denselbenGrenzstrahlen enthalten sei ,,es sey nahent oder fern, aufrechtvber ort oder krum“.
Am Schlüsse des Werkes erscheinen zwei Holzschnitte von geo-metrisch-künstlerischer Bedeutung. Alberti hatte (S. 2G8) einesSchleiers zur Anfertigung perspek-tivisch richtiger Abbildungen sichbedient. Dürer veränderte Alberti'sErfindung einigermassen, und seineVorrichtungen sind in den bei- 7,den Holzschnitten zur Anschauung lg ' ‘
gebracht. Ein Rahmen ist mit einer nach aussen sich öffnenden in-wendig papierüberzogenen Thüre verschlossen. An den vier Seitendes Rahmens und mit denselben gleichlaufend befinden sich Stäbchen,längs deren ein oben und unten befestigter Vertikalfaden und einrechts und links befindlicher Horizontalfaden verschiebbar sind. DerZeichner sitzt hinter dem Rahmen, und hinter dem Zeichner ist aneinem Wandhaken ein langer Faden befestigt. Bei geöffneter Ap-paratthiire wird jener Faden bis zu einem abzubildenden Punkte ge-spannt und der Ort, wo der Faden durch den Rahmen geht, durchKreuzung der beiden verschiebbaren Fäden bemerklich gemacht. Nunwird der lange Faden wieder zurückgezogen, der Apparat geschlossenund ein Punkt auf das Thürinnere bei der soeben bewerkstelligtenFadenkreuzung gemalt. Beliebig viele Punkte des abzubildendenGegenstandes können so nach einander erhalten werden und gebenjedenfalls ein richtiges Bild, dessen Augenpunkt der Wandhaken ist,von welchem der lange Faden ausgeht. Ein zweiter Vorschlag Dürers,der in dem zweiten Holzschnitte verdeutlicht ist, benutzt statt desRahmens eine Glastafel, auf welcher mit einem Stifte die Umrissedes abzubildenden Gegenstandes festgehalten werden. Wir habenbehauptet, Dürer habe damit nur Alberti’s Erfindung abgeändert, unddarin liegt zugleich die weitere Behauptung, er habe sie gekannt.Daran kann in der That nicht gezweifelt werden. Dürer war in denJahren 1505 bis 1507 in Venedig , um den staatlichen Schutz seinesMonogramms, d. h. Schutz gegen Nachdruck seiner Holzschnitte zuerwirken, ln einem Briefe aus Venedig hat nun Dürer von einem
*) Buch IV, Figur 55.