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Dritter Band. Von 1668-1758. Erster Teilband. Von 1668-1726.
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82. Kapitel.

Im gegenwärtigen Abschnitte sind es drei Männer, von welchenwir geschichtliche Leistungen zu erwähnen haben, ein Deutschei’, einEngländer, ein Franzose.

Georg Albreclit Hamberger 1 ) (1662 —1716) war Professorder Mathematik, später der Physik an der Universität Jena. Er hat1694 zwei Schriften herausgegeben, deren Titel beanspruchen dürfenhier genannt zu werden: De meritis Germanormn in niathesin undDe nsit matheseos in theologia.

John Wallis (1616—1703) ist uns im vorigen Bande wieder-holt begegnet [Bd. II, S. 628 und häufiger]. Sein Trcatise of Algebraboth historical and pradical leith some additional treatises (London 1685)ist in lateinischer Bearbeitung 1693 im II. Bande der Werke vonWallis abermals gedruckt. Auf den Werth dieser Algebra als solcherkommen wir später zu reden, über deren geschichtlichen Theil müssenwir das Urtheil ergänzend wiederholen, welches wir [Bd. II, S. 722Note 3] gelegentlich aussprachen. Er ist überhaupt kein geschicht-licher Theil, sondern eine von englischem übermässigem National-stolze beeinflusste Parteischrift. Eine Verherrlichung von ThomasIlarriot, von Isaac Newton, von Wallis selbst ist beabsichtigt,und namentlich der erstgenannte hat, wenn man Wallis Glaubenschenkt, so ziemlich Alles erfunden, was von hervorragender Wichtig-keit in der Lehre von den Gleichungen ist. Durch das StudiumHarriots soll z. B. Descartes auf den Satz von Zeichenwechsel undZeichenfolge gekommen sein 2 ), von welchem jener nicht ein Wortgesagt hat, noch sagen konnte, weil für ihn negative WTirzeln nichtvorhanden waren. Sich selbst schreibt W r allis die Ausziehung der

Kubikwurzel aus einem Binomium VA + j/Jl, zu; er will diese Lehreund ihre Anwendung bei dem irreductiblen Falle der Gleichung drittenGrades erfunden haben J ), Dinge von damals schon mehr als hundert-jährigem Alter. Das schlimmste war, dass kritiklose Leser den zu-versichtlich ausgesprochenen Behauptungen vertrauten, und so. ent-standen Irrthümer, welche lauge Zeit unangefochten von Lehrbuchzu Lehrbuch sich forterbten.

Claude Francois Milliet Dechales') (1621 —1678) in

Chambery in Savoyen geboren, war Mitglied des Jesuitenordens undfand bald als Missionar in der Türkei , bald als Lehrer an verschie-denen Anstalten, in Marseille, in Lyon, in Chambery , Verwendung.Sein Cursus seu Mundus mathcmaticus erschien 1674 in Lyon in dreiFoliobänden, und 1690 folgte eine auf vier Bände angewachsene aber

’) Poggendorff I, 1007. *) Wallis Opera TI, 171. 8 ) Ebenda 187.

4 ) Biographie universelle VII, 037 s. v. Clialle.

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