Geschichte der Mathematik. Klassikeniusgaben. Elementargeomctrie.
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Werke des Alterthums, dem eigentlichen Bedürfnisse war also schongenügt; und zweitens hat die zweite Hälfte des XVII. Jahrli. wenig-stens in Frankreich und England eher eine Abneigung gegen dasAlterthum, eine Minderschätzung seiner Leistungen, als eine besondereVorliebe desselben, welche kritische Ausgaben hätte ins Leben rufenkönnen, heran wachsen sehen. Beide Gründe wirkten gemeinsam,wenn auch nicht so zwingend, dass nicht Ausnahmen von der Hegelin den meisten Ländern Europas zu verzeichnen wären.
In Paris gab. Claude Perrault (1613—1688), ein Mann vonvielseitiger Bildung, der uns im 91. Kapitel wiederbegegnen wird,1(573 den Vitruv heraus. Ebenda erschien 1693 unter dem TitelVctcrum mathcmaticorum opeta omnia eine von Melchisedech The-venot veranstaltete Sammlung alter Kriegsschriftsteller. In Amster-dam besorgte Wilhelm Goesius 1674 die römischen Feldmesserzum Drucke.
In England begegnen wir einer Persönlichkeit, welche mit min-destens gleicher Vorliebe die Veröffentlichung von Schriften derjüngsten Vergangenheit neben solchen des Alterthums nach Klüftenförderte. Wir meinen John Collins 1 ) (1625—1683). Er war inseiner Jugend Lehrling bei einem Buchhändler; später ging er zumRechenfache über; während der englischen Revolution war er Schiffs-mann. Nach der Wiederherstellung des Königthums kamen für Col-lins ruhigere und auch bessere Zeiten. Von einem königlichen Jahres-gehalte lebend, wurde er Mitglied der Royal Society . Er führteeinen so ausgedehnten gelehrten Briefwechsel, dass derselbe von ge-schichtlicher Wichtigkeit für die Entdeckungen des letzten Drittelsdes XVII. Jahrh. geblieben ist, trotzdem grade damals, wie wir obensagten, Akademieschriften und Zeitschriften die Briefwechsel ingrossem Maassstabe allmiilig verdrängten. Collins also vermittelte1668 den Druck der mit Zusätzen von Pell versehenen Brancker-schen Uebersetzung der Algebra von Rahn (Bd. II, S. 708). Er sollbei Herausgabe der Algebra von lversey 1673 —1674 betheiligtgewesen sein. Er übergab 1675 Bearbeitungen der Werke desArchimed, der Kegelschnitte des Apollomus dem Drucke, welcheIsaac Barrow verfasst hatte, und auch schon 1669—1670 eigeneSchriften desselben Gelehrten. Wenn Collins auch eine Mitwirkungbei dem Drucke der 1687, mithin vier Jahre nach seinem Tode er-schienenen Algebra des Wallis nachgerühmt wird, so kann dieselbehöchstens darin bestanden haben, dass er den Verfasser zur Heraus-gabe ermunterte.