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Dritter Band. Von 1668-1758. Erster Teilband. Von 1668-1726.
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Rechenkunst. Combinatorik. Leibrenten.

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Wissenschaften als Unterabtheilungen oder Anwendungen in sich fassensollte. Der allgemeinen Wissenschaft sollte auch eine allgemeineSprache, Lingua rationalis , zur Verfügung stehen, welche dem Ge-danken sich so genau anzupassen hätte, dass sie als filum meditandi,als Leitfaden des Denkprozesses, zu dienen im Stande sei, ja dass dieSchrift, ohne welche die Sprache der Mittheilbarkeit ausser in engstenKreisen entbehren würde, die gleiche Eigenschaft der Gedankenhilfebesitze. Auch in dieser Richtung war Leibniz nicht ohne Vorgänger.Er war nicht der erste, welcher die Möglichkeit einer Weltschriftwenigstens ins Auge fasste, mit welcher allerdings eine Weltsprachenoch nicht gegeben wäre. Die chinesische Schrift wird thatsächlichvon verschiedenen Völkern, von jedem in seiner Sprache, gelesen undermöglicht zwischen ihuen schriftlichen Verkehr, während sie einandermündlich nicht verstehen. Und auch in Europa waren seit 1661Versuche in die Oeffentlichkeit getreten 1 ).

John Wilkins (16141672), einer der Gründer der RoyalSociety in London , Prediger daselbst und von 1668 an Bischof vonChester, gab 1641 eine Schrift heraus, welche den Titel führte:Mer cur y, or tim secret and steift Mcssengcr: shewing hoiv a Man maywith Privacy and Spead communicate his Thoughts to a Friend at aDistance, und in ihr versuchte er die Begriffe zu ordnen und in einSystem zu bringen, um durch gewisse Zeichen, welche ebenfalls einemSysteme angehören sollten, alle überhaupt möglichen Begriffe augen-fällig zu machen. Ein zweiter Engländer, George Dalgarno , führteden Gedanken weiter aus und gab ihm 1661 in seiner Ars signorum,vulgo character universalis ct lingua philosophica praktische Gestaltung.Er bildete 17 Grundbegriffe, welche er durch einfache Buchstabendes lateinischen und des griechischen Alphabetes (von letzterem nurij und v) darzustellen vorschlug und glaubte damit auszukommen.Nach ihm wandte Wilkins sich abermals dem vorher schon bear-beiteten Gegenstände zu und veröffentlichte 1668 den Essay toicardsa Real Character and a Philosophical Language, with a alphabeticalDictionary. Noch späteren Datums dürfte der Versuch von P. Labbesein, von dem Leibniz 1709 erzählt 2 ), er habe die Lateinische mittelsteiniger Veränderungen zur allgemeinen Sprach machen wollen.

Als Leibniz 1663 zuerst den Plan fasste, eine Scientia generaliszu erfinden, war demnach die erste Schrift von Wilkins und die vonDalgarno vorhanden, aber ob irgend Jemand auf dem Festlande von

anno agitavi et quotidianis experimentis in instituto sum confirmalus, tametsirudia satis prima cogitata essent.

) Die philosophischen Schriften von Gottfried Wilhelm Leibniz heraus-gegeben von C J. Gerhardt VII, 69. *) Ebenda VII, 30 lin 12 v. u.