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Dritter Band. Von 1668-1758. Erster Teilband. Von 1668-1726.
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!U. Kapitel.

von Leibniz unter Veränderung cles Namens und der Bezeichnungs-weise herausgegeben worden. Ich will damit keineswegs gesagt haben,der Name, den Newton seiner Methode beilegte, oder die Bezeichnungderen er sich bediente, seien Leibniz bekannt gewesen. Ich wolltenur zu verstehen geben, dass Newton der erste Erfinder der Fluxions-rechnung oder des Differentialcalciils war; dass er in zwei Briefen anOldenburg, welche durch diesen an Leibniz gelangten, Kennzeichendavon gab, die für einen Mann von grossem Scharfsinne hinreichten, ihmden Weg zu zeigen 1 ), und dass Leibniz aus ihnen die Grundgedankenjener llechnung schöpfte oder wenigstens schöpfen konnte. Da er aberdie Sprech- und Schreibweise, von denen Newton Gebrauch machte,durch blosse Vernunftschlüsse nicht ermitteln konnte, so wählte erdie von ihm selbst ersonnenen. Als Beweggrund zu jenen Aeusse-rungen wird die Besprechung der Quadratura Curvarum in den A. E.angegeben, welche ihre Leser zu dem Glauben veranlassen könne, alshabe Newton erst nach 1(584 die Eluxionsrechnung erfunden. Wenndie Leipziger ihrem Leibniz fremdes Eigenthum hinzudichten dürfen,so dürfen auch die Engländer, ohne der Anschuldigung der Verleum-dung zu verfallen, das zurückfordern, was Newton geraubt wurde.Ich habe also, fährt Keill wörtlich fort, zu zeigen, dass Newtonwahrer und erster Erfinder der Eluxionsrechnung oder des Differen-tialcalcüls war, ferner, dass er Leibniz so klare und auf den AVegführende Kennzeichen seiner Methode gegeben hat, dass es diesemleicht wurde, auf die gleiche Methode zu verfallen 2 ). Nun folgt eineSchilderung der beiden Briefe Newtons, welche wir in unserem90. Kapitel grade mit Bücksicht auf das, was Leibniz aus ihnenlernen konnte, ausführlich besprochen haben. Keill kommt allerdingszu der ganz entgegengesetzten Schlussfolgerung, zu welcher wir damalsgelangten, denn er behauptet kurzweg 3 ): Aus diesen Kennzeichen,unterstützt durch diese Beispiele, hätte ein gewöhnlicher Geist Newton’sVerfahren bis in’s Innerste erkennen müssen, und man kann nichtentfernt glauben, dass es dem Scharfsinne eines Leibniz verborgengeblieben sein könne. Das freilich sei Leibniz in vollstem Maassezuzugeben, dass er weder den Namen Eluxionsrechnung gehört, nochdie von Newton benutzte Bezeichnung gesehen habe, bevor sie inWallis ’ Werken erschienen, denn Newton selbst habe mit Namen undBezeichnung gewechselt. In der Analysis per aequationes — welche

b indicia dedisse perspicacissimi ingenii viro satis obvia. *) deinde ipsumadeo clara et obvia Methodi suae indicia Leibnitio dedisse, ut inde ipsi facilefuerit in eandem 3Iethodum inciderc. 3 ) His indiciis atgue his adjectis exem-phs Ingenium vulgare 3Iethodum Hewtonianum penitus discerneret; ita ut nesuspicari fas sit, eum acerrimi Leibnitii acumen posse latuisse.