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Dritter Band. Von 1668-1758. Erster Teilband. Von 1668-1726.
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95. Kapitel.

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der in der Nummer für November und December 1713 abgedruektist. Auch eine deutsche Fassung ist vorhanden, welche in Deutsch-land erschien. Sämmtlichen Entgegnungen kann man eine gewisseGrobheit nicht absprechen. Am wenigsten zeigt diese der franzö-sische Wortlaut, da die Leitung des Journal literaire Milderungen an-brachte.

Das Flugblatt enthielt als einen wesentlichen Bestandtheil einBruchstück eines Briefes 1 ), in welchem ein Mathematiker ersten Rangesunter dem 7. Juni 1713 seine Ansicht über den Streit geäussert habe.Diese Ansicht geht aber dahin, dass Newton in früher Zeit die Reihen-lehre zwar ungemein gefördert habe, an die Fluxionsrechnung aberdamals nicht im Traume gedacht habe und ebensowenig daran, sieauf allgemeine analytische Operationen zurückzuführen, welche ähn-liche Dienste leisten wie der Algorithmus und die Regeln der Arith-metik und der Algebra 2 ). Er habe dafür zwei Gründe: den ersten,dass punktirte Buchstaben weder in den Briefen, noch in den Prin-cipien Newton’s je Vorkommen, den zweiten, dass Newton, wie ,,einItenorrai/cndcr JUathanafiker“ bereits bemerkte, lange Zeit die höherenDifferentiationen nicht verstanden habe. Dieser Ansicht schliesse —so erklärt das Flugblatt, welches dadurch gewissermassen eine Unter-schrift erhält — Leibniz sich an. ln seiner Unbefangenheit habe erlange geglaubt und deshalb auch geschrieben, Newton besitze etwas,was der Differentialrechnung ähnlich sei, eigenthümlieh und durcheigene Erfindung; aber nachdem er sehe, wie man jetzt von Englandaus sich nicht damit begnüge, Newton als Mitertinder zu nennen,sondern ihn selbst von der Erfindung ausschliessen wolle, nachdemer sehe, dass Newton dieses Märchen unterstütze, beginne er denArgwohn zu fassen, die Fluxionsrechnung sei in Nachahmung derDifferentialrechnung gebildet worden 3 ).

ln der französischen Erwiderung 4 ) kommt am Schlüsse der gleicheVorwurf, gestützt auf'das Gutachten eines berühmten Mathematikers,vor, während am Anfang Gewicht auf den Umstand gelegt wird, dassfrüher Newton niemals Leibniz den Ruhm selbständiger Erfindungder Differentialrechnung bestritten habe, sowie auf den weiterenUmstand, dass Leibniz der Royal Society niemals seine eigene Auf-fassung der Sache mitgetheilt habe; die Gesellschaft sei somit nicht

') Leibuiz V, 411—413 zu vergleichen mit III, 910—911. *) Ree, credotune temporis vel somniavit udhuc de Calculo suo Jluxionum et ftuentium, vel dereductione ejus ad generales operatKnies Analytieas, ad instar Algorithmi velRegularum Arithmeticarum et Algebraicarum inservientes. s ) suspicari coepit,Calculum fluxionum ad imitationem Calculi differentialis fonnatum fuisse.

*) Leibniz V, 414—41G.