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Dritter Band. Von 1668-1758. Erster Teilband. Von 1668-1726.
Entstehung
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95. Kapitel.

Die dritte Ausgabe der Principien von 172b veränderte das in denfrüheren Ausgaben Leibniz sein Recht gewährende Scholium zu dessenUngunsten (^S. 198j. Das gerechten Tadel am stärksten herausfor-dernde Schriftstück war die Neuauflage des Commercium Epi-stolicum vom Jahre 1722.

Wenn damals die erste Auflage vergriffen war, wenn die buch-händlerische Nachfrage nach der Briefsammlung eher im Zunehmenals im Abnehmen sich zeigte, so war es eine einfache (Jeschäftssache,ob ein wiederholter Abdruck stattfinden solle. Frage des wissen-schaftlichen Feingefühls war es dann, ob am Schlüsse, etwa unterder Bezeichnung als Anhang, noch weitere Schriftstücke beigefügtwerden sollten. Aber eine Veränderung des Commercium Epistolicumselbst, Zusätze innerhalb des 1712 Gedruckten, ohne dass sie alssolche gekennzeichnet wurden, das waren ebenso viele Fälschungen,welche auf den, der sie beging, einen nicht zu tilgenden Makelwerfen. Die neue Auflage von 1722 beginnt mit einer Anspracheau den Leser, Ad Lectoreiu , welche darstellt, wie Leibniz immer an-dere Austiüchte gesucht habe, wenn es sich darum handelte, die indem Commercium Epistolicum vereinigten Beweisstücke anzuerkenneuoder zu widerlegen. Er sei aus dem Leben gegangen mit dem Ver-sprechen einer Gegensammlung, aber sein Benehmen in dem durchConti vermittelten Briefwechsel zeige, dass das leere Worte waren,dass Leibniz vielmehr nichts besass, was er in jenem Sinne verwerthenkonnte. Die erste Auflage des Commercium Epistolicum sei nur sehrklein gewesen, man habe Exemplare nur an urtheilsfähige Mathe-matiker geschickt, und käuflich seien jetzt keine vorhanden l ). Deshalbsei es wünschenswerth gewesen, eine zweite Auflage zu drucken,welcher man auch einen Bericht über das Buch, Recensionem Lthri ,vorausschicke, der in den P. T. für 1715 erschienen sei, etwa 7 oder8 Monate vor Leibnizens Tod. Die Recensio ist folglich dasjenigeSchriftstück, dessen englischen Wortlaut wir seither Account nannten.Die Vorrede Ad Leclorem rührt von Newton her. Unter dessen Nach-lasse haben sich fünf oder sechs Entwürfe jener Vorrede von derHand des damals 79 Jahre alten Verfassers gefunden Ausserdemfanden sich dort Bruchstücke der Recensio, welche die Abfassung auchdieser Schrift durch Newton t^S. 3U8) bestätigen. Mau wird deshalbwohl oder übel Newton für den ganzen Wortlaut der neuen Auflagemit sammt ihren Fälschungen gleichkommenden Aenderungen desTextes verantwortlich zu machen haben. Letztere sind genau unter-sucht worden 3 ).

l ) nenne prostunt venulia. *) Commerc. epistol. pag. X.

*) De Morgan,