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100. Kapitel.
liehen sich trennen lassen oder nicht, sei eine andere Aufgabe undnicht in dem lfahmen dieser, sondern einer anderen Untersuchungzu besprechen 1 ). Fast in wörtlicher Uebereinstimmung damit sagtNewton in einem den Schluss bildenden Scholium: „Die Umformungder Gleichungen und die Trennung der Veränderlichen womöglich ingeschlossener Gestalt 2 ), wo nicht durch unendliche Reihen, bildeteine andere Untersuchung. Die hier behandelte Aufgabe blieb, dasie kaum irgend welchen Nutzen besitzt, mehrere Jahre unbeachtetund ungelöst in den A. E. Aus dem gleichen Grunde verfolge ichihre Auflösung nicht weiter.“
Hier ist die letzte Gelegenheit, bei welcher wir die Namen derbeiden grossen Nebenbuhler Leibniz und Newton gemeinschaftlichin Beziehung auf eine und dieselbe wissenschaftliche Leistung zunennen haben, und hier werden wir deshalb vielleicht am zweck-massigsten unser Urtheil über beide einschalten. Wir beabsichtigenselbstverständlich keine Abschätzung von massgebender Giltigkeit.Wir erheben nicht den Anspruch, unsere Leser zu dem genau gleichenUrtheil bestimmen zu wollen, welches wir fällen, wir wollen nurnicht den Anschein haben, ein vergleichendes Urtheil vermieden zuhaben. Vielleicht wäre zwar ein solches Vermeiden das Klügste.Newton und Leibniz sind so hoch über den gewöhnlichen Menschen-schlag sich erhebende Geister gewesen, dass man sich die Freudedarüber, dass sie beide lebten, nicht durch ängstliches Gegeneinander-lialten dessen, was jeder von ihnen leistete, verkümmern sollte. Beidehaben so viel in die Wagschalen menschlicher Fortschritte eingeworfen,dass es kaum darauf ankommt, welche Seite die schwerer belasteteerscheint. Und dann wieder sind ihre Leistungen so ungemein ver-schiedenartig gewesen, dass auch daran das Urtheil zu scheitern droht.Wer wagt es zu entscheiden, oh Michel Angelo oder Beethoven dertitanischere Künstler gewesen ist? Weit getrennt, wenn auch nichtganz so weit wie bildende Kunst und Musik, liegen die Gebiete, aufwelchen Leibniz und Newton ihre Lorbeeren pflückten. Wir habenhier nicht von dem Physiker, dem Astronomen Newton zu reden,nicht von dem Philosophen, dem Geschichtsforscher, dem Diplomaten,dem alles menschliche Wissen gierig und nie erfolglos in sich auf-nehmenden Leibniz , wiewohl auch die Grösse der bearbeiteten Felderneben der Tiefe, bis zu welcher eingedrungen wurde, in Betracht ge-zogen werden darf, wir reden nur von den mathematischen Leistungendes Einen wie des Anderen, und wir müssen suchen, uns dabei von
') Job. liernoulli Opern I, 209: non enim lnijus, sed nlius est methodiindeterminatas separare. s ) absolute.