dass die Kinder in denselben zum gemeinen Lehen prarpariret werden,und da die wenigsten Schulkinder zum Studieren, die meisten aber zuanderen Professionen und zu Handwerkern gelangten, so müssten schonwährend der Schulzeit ihnen so viel als möglich Anschauungen ge-geben werden. Materialien und Instrumente seien ihnen in naturaoder im Modell vorzuzeigen, denn oculare Demonstrationen gäben ambesten deutliche Vorstellungen.
Ein Gutachten der Berliner Akademie pflichtete Semler’s An-sichten bei, und die erste Realschule wurde 1708 in Halle eröffnet.Sie hielt sich nur drei Jahre lang. Semler liess nicht von seinemVorhaben und brachte es dahin, dass 1739 «abermals ein Versuchgemacht wurde, der wahrscheinlich in Folge von Semler’s baldigemTode nicht mehr Glück hatte als der frühere.
Semler’s geistiger Nachfolger war Johann Julius Hecker 1 )(1707—17(58), der, als Sohn und Enkel von Schulmännern und nach-dem er als Student an der Universität Halle den Einfluss vonAugust Herrinann Francke, dem berühmten Gründer der Waisenanstalt, der mit Philip Jacob Spener an der Spitze der Pietistenst.and, auf sich hatte wirken lassen, in doppelter Beziehung geeignetwar, Semler’s Werk fortzusetzen. Nachdem Hecker 1735 als Predigerund Schulinspector an das Militärwaisenhaus in Potsdam , dann 1738als Prediger «an die Dreifaltigkeitskirche in Berlin berufen wordenwar und in seiner Pfarrei aufs Thatkräftigste für Vermehrung undVerbesserung des niederen Schulunterrichtes eingetreten war, gab er1747 eine Schrift heraus, welche ihrem Zwecke nach eine Wieder-holung von Semler’s Vorschlägen von 170f> genannt werden darf.Sie führte den Titel: Xaehrieht von einer öeonomisch-mathematischenllealsehule, welche bei den Schulanstalten der Dreifaltigkeitskirche amAnfänge des Maimonates dieses Jahres eröffnet werden soll. Sie ent-hielt das Programm der aus einer ganzen Reihe von Classen, unterwelchen wir eine mathematische, eine geometrische, eine physikalischehervorheben, geplanten Schule. Zu mehreren Classen sollte dasZeichnen hinzukommen. Die Methode sollte durchweg eine praktische,auf vielfache Anschauung und . fortwährende Anwendung gerichtetesein. Der Unterricht in den «alten Sprachen fiel nicht weg, wurdeaber in neuer vereinfachender Weise ertheilt und liess die Realienzu weit ausgedehnterem Rechte kommen, als es in den Gelehrten-schulen der Fall gewesen war.
Schwierigkeiten aller Art, sowohl mit Rücksicht «auf Beschaffungder nöthigeu Geldmittel als auch auf Auffindung tüchtiger Lehrkräfte,
') Allgemeine deutsche Biographie XI, 208 — 211 . Artikel von II. Krümmel.